Sonntag, 29. Dezember 2013

Weihnachten in der Abtei Maria Frieden

B     Berührung
E     eines
T     Traumes
H     heißt
L     Leben,
E     eint
H     Himmel,
E     Erde,
M    Mensch. 



Weil Weihnachten ist, und ich keine Lust auf den üblichen Rummel mit Geschenken, Verwandten und dem Kochen aufwändiger Menus habe, fahre ich ins Kloster. Ich dachte erst, das sei einfach, musste jedoch feststellen: Auch hier ist die Suche nach einer Herberge nicht so ganz einfach. Bei manchen Klöstern muss man sich glatt ein Jahr vorher anmelden, wenn man dort das Weihnachtsfest verbringen möchte. 

In der Abtei Maria Frieden in Kirchschletten kurz hinter Bamberg gibt es jedenfalls ein freies Plätzchen und am Tag vor dem heiligen Abend bin ich dort bereits zum Mittagessen. Hier ist Zeit, nichts zu tun. Einfach zu warten und auszuprobieren, ob ich das noch kann. Denn eigentlich bin ich ziemlich ungeduldig, braucht der Computer ein wenig, bis er hochgefahren ist, dann trippele ich schon mit den Fingern auf den Tisch. Doch hier ist nichts zu erledigen, nichts zu tun, außer zu warten. Schon Advent heißt ja: Warten. Auch wenn in der Welt alles schreit: Subito. Sofort. Jetzt haben wollen und später dafür zahlen. Unser ganzes Wirtschaftssystem lebt schließlich davon, dass wir Dinge haben wollen, die wir - genau genommen - überhaupt nicht brauchen. Wirtschaftlich mit den Augen der sparsamen Hausfrau betrachtet, ist Weihnachten der reinste Irrsinn: Es wird haufenweise Zeug produziert und verkauft, Rohstoffe vergeudet, damit mit mehr oder weniger schwer verdientem Geld Dinge gekauft und verschenkt werden können, die kaum jemand braucht, die verstauben, weiter verschenkt oder wieder umgetauscht werden. 

Alles nur, weil es in den Menschen eine Sehnsucht gibt, eine Sehnsucht nach Nähe, die sie sich erkaufen wollen. Eine Sehnsucht nach Berührung, die sie erfüllen, indem sie für Hot-Stone und andere exotische Massagen bezahlen, je fremder, desto besser. Doch die Sehnsucht bleibt. Massagen, Geschenke, alles bleibt selbstbezüglich. Und irgendwie fehlt immer etwas. Was würde passieren, wenn diese Sehnsucht erfüllt werden würde? Dann müssten die Menschen Nähe aushalten, jemanden dicht an sich heranlassen. Dazu müssten sie sich selbst lieben, so wie sie sind: Zu dick, zu ungeduldig, zu hässlich, zu irgendetwas. 
Im Kloster jedenfalls spielt das alles in diesem Jahr keine Rolle. Es gibt gutes Essen, es gibt nette Gespräche mit den Menschen, die auch hier zu Gast sind und es gibt Gespräche mit der Äbtissin. Das wars schon. Und das war schön und reicht völlig aus. Fast jedenfalls. Weihnachten war trotzdem. 

Sonntag, 22. Dezember 2013

Mit dem inneren Schweinehund in die Hundeschule

Dank Adelheids Herrchen bin ich auf den Webmaster Friday gestoßen: Hier gibt es jede Woche ein neues Thema, über das eigentlich jeweils am Freitag gebloggt werden sollte. Aber Adelheids Herrchen hat seinen Post erst am Samstag geschrieben und so ein bisschen Nachdenken brauchte ich auch noch. Deswegen ist heute Sonntag. Das Thema ist: Was erwartet ihr für 2014
Es sind zwar einige Fragen darunter, ich picke mir einfach eine heraus: Wird alles so bleiben, wie es ist? Nein, wird es nicht. Ich habe im kommenden Jahr vor, mit meinem inneren Schweinehund in die Hundeschule zu gehen. Der hat das dringend nötig. Glaube ich.. 

Mein innerer Schweinehund ist clever und kann ganz schön fies sein. Damit er künftig besser hört, gebe ich ihm als erstes einen Namen: Max. 
Max lebt nach dem Lustprinzip. Er macht nur, worauf er gerade Lust hat und übernimmt keinerlei Verantwortung: Verdirbt sich den Appetit auf gesundes Essen mit Schokolade und Nussecken, liegt lieber auf dem Sofa herum und liest, statt draußen zu wandern, und spielt, statt Texte zu schreiben. Als echter Deadline-Junkie schiebt Max gerne die Dinge auf die lange Bank und hofft, dass sie hinten wieder herunterfallen.

Paolo Coelho hat mal gesagt: "Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim Alten bleibt."

Deswegen ist Max so erfolgreich und setzt sich gerne durch. Wie kann ich Max erziehen? Klar, er darf da sein. Er wird auch ab und an gestreichelt und bekommt sein Futter. Doch er gehört in die Hundehütte und nicht ins Bett. 

Nötig sind also für das nächste Jahr neue Gewohnheiten, neues "Altes", wie Coelho sagt. Denn Gewohnheiten, Routinen und Rituale brauchen keine zusätzliche Energie, sie funktionieren einfach. Ich kann mich noch daran erinnern, wie mühsam das Schalten beim Autofahren schien: Bis ich mich daran gewöhnt hatte und automatisch wusste, wo jeder Gang liegt und dass ich dazu noch die Kupplung treten muss, das hat ein paar Tage gedauert. Heute denke ich darüber nicht mehr nach.

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Klingt banal, ist banal, stimmt aber. Also fange ich klein an, auch wenn die Vorsätze zum Jahresanfang meist ein wenig großspurig klingen. Im nächsten Jahr werde ich: 

- Kleine Schritte machen
- durchhalten
- und, ganz wichtig: die Belohnungen dafür vorsehen.

Ich glaube, mit den richtigen Belohnungen lässt sich Max ganz gut an die Kette legen. 
Das hab ich ja schon einmal geschafft: Jedes Jahr ist Fastenzeit. Da überlege ich mir schon, auf was ich sechs Wochen lang einmal verzichten kann. Als ich für meinen Kaffee noch pro Tasse zwei Löffel Zucker brauchte, dachte ich: DAS wäre ja mal ein heroischer Verzicht. Also ließ ich den Zucker weg. Nach zwei Wochen hat es mich nicht mehr gestört und bis heute brauche ich für meinen Kaffee keinen Zucker mehr. 

Das lässt doch hoffen. 
Was macht Ihr mit eurem inneren Schweinehund?


Donnerstag, 19. Dezember 2013

Das Literaturhaus in Nürnberg

Manchmal erweisen sich diejenigen Dinge, über die ich zufällig stolpere, als solche, die richtig interessant sind, auf die ich ohne diesen Zufall allerdings nicht gekommen wäre. In diesem Fall war der Zufall der Besuch beim Nürnberger Christkindelsmarkt: Ich bin eine ganze Weile über den Markt geschlendert, habe mir Christbaumkugeln und Zwetschgenmännla angeschaut und drei im Weggla probiert. Für Glühwein war es mir noch zu früh. Statt dessen bekam ich Lust auf einen leckeren Kaffee. Das Auto stand hinter dem Bahnhof, also lief ich wieder in diese Richtung und hielt Ausschau: "Literaturhaus" stand an einem Haus. Und Cafe. Sah gemütlich aus, also bin ich hinein. Auf der roten Lederbank saß ich bequem, und der Kaffee war auch gut. 
Nachdem der erste Kaffeedurst gestillt war, funktionierte auch der Kopf wieder. An der Tür hing ein Plakat. Nicht sehr groß, gesehen hab ich es trotzdem: 
Asfa-Wossen Asserate sollte lesen und, hurra, es gab noch Karten.
Asfa-Wossen Asserate signiert ein Buch in der Pause
Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum der Eröffnung des Literaturhauses las Asserate aus seinem Buch: "Deutsche Tugenden". Von ausgehfein bis rustikal gekleidet wartete bereits ein ganzer Pulk vor der noch geschlossenen Tür. Denn freie Platzwahl heißt: Wer vorne gut sitzen will, der muss bereits frühzeitig anwesend sein. Am Tisch sitzen noch mehr Leute, und plötzlich sind alle miteinander im Gespräch, bis es anfängt ist noch genügend Zeit, die irgendwie nett verbracht werden möchte. 
Was ist eigentlich typisch deutsch? Asserate wagt einen kritischen Blick, doch weil er ja bereits seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, ist dieser Blick längst nicht mehr so richtig von außen. Asserate plauderte über Gemütlichkeit und Pünktlichkeit und die schwäbische Kehrwoche. So vorgelesen, so gut. Überraschend fand ich, dass er Tugenden wie Anmut erwähnte. Reizend. 

Überhaupt wurde Asserate deutlich lebhafter, wenn er nicht vorlas, sondern erzählte. Als er darüber redete, dass die europäische Zivilisation auf drei Hügeln erbaut wurde: Der Akropolis, dem Kapitol und Golgotha und über die Politik Europas in Afrika, da wurde er richtig munter. 
Denn dank der europäischen Afrikapolitik würden dort die Diktatoren unterstützt: So müsse sich niemand über Flüchtlinge in Lampedusa wundern. Asserate wünschte sich, dass sich auch Firmen aus dem deutschen Mittelstand in Afrika engagieren sollten. Denn diese würden ob ihrer Qualität sehr geschätzt, wie er erzählte. Ein Unternehmer aus Afrika wartet lieber, bis er das Geld für eine Druckmaschine aus Deutschland zusammen hat, weil diese so haltbar ist. 
Demnächst soll auch sein neues Buch erscheinen, die erste Biografie über Haile Selassie, den letzten äthiopischen Kaiser und dessen Leistung für Äthiopien. 

Das Literaturhaus in Nürnberg


Montag, 16. Dezember 2013

Intermezzo: sieben Gründe, warum ich blogge

1. Weil es mir Spaß macht. Das ist für mich auch der Hauptgrund, warum ich blogge: Mir macht das Denken Spaß und das Schreiben auch. Dazu kommt, dass ich auf meinem Blog selbst bestimmen kann, worüber ich schreibe möchte. 

2. Gerade zu der Zeit, als ich noch so richtig in der Provinz gewohnt habe, gab es nur wenige Gleichgesinnte, mit denen ich über Themen diskutieren konnte, die mir wichtig waren. Da wurde meine Welt durch den Austausch mit anderen Bloggern ein kleines bisschen größer. 

3. Weil ich gerne unterwegs bin und fotografiere, erzähle ich gerne darüber bzw. schreibe in meinem Blog darüber.

4. Weil ich weiß, dass ich über meine Wanderungen hinterher schreiben möchte, nehme ich viele Dinge dabei genauer wahr, frage nach und achte auf mehr Kleinigkeiten. So habe ich auch selbst mehr von meinem Unterwegs-Sein.

5. Damit ich auch regelmäßig blogge, muss ich meinem inneren Schweinehund manchmal Beine machen. Deswegen habe ich mich mit meinem Blog bei den Ironbloggern Franken angemeldet: Hier gilt es, jede Woche mindestens einen Beitrag zu veröffentlichen. Wenn nicht, muss ich zur Strafe 5 Euro in die Bierkasse zahlen. Bis jetzt blieb mir das erspart...

6. Ich lerne Menschen kennen: Nein, nicht nur in der virtuellen Realität. Mit den Ironbloggern treffe ich mich ab und zu. Außerdem habe ich durch das Bloggen die Bookcrosser kennen gelernt. Davon gibt es in Franken beispielsweise auch eine ganze Menge. Ein Treffen pro Monat ist im Blauen Haus in Nürnberg.

7. Ich lese gerne. Das heißt, ich lese auch gerne die Blogs anderer Blogger. Damit fing überhaupt alles an: Ich las Blogs, bis ich irgendwann dachte: Das will ich auch. 

Dieser Beitrag ist für die Blogparade bei der Spaziergängerin. Und spazieren gehe ich ausgesprochen gerne. Da gibt es auch einige schöne Bücher darüber. Eines ist von Franz Hessel: Spazieren in Berlin  Wer in Berlin wohnt: Es lohnt sich wirklich. Nicht nur, weil es eines der Bücher war, die von den Nazis verbrannt wurden. 

Und warum bloggst du?

Montag, 9. Dezember 2013

Der Nürnberger Christkindlesmarkt

Blick von der Burg über die Stadt
Kommt im Dezember Besuch nach Franken, dann gehört ein Rundgang über den Nürnberger Christkindlesmarkt zum Pflichtprogramm. Die Felder und Hausdächer sind hübsch weiß gepudert, wo nicht, da wird geheizt und die Dämmung ist nicht perfekt. Als der ICE aus Nordhessen anreist, liegen bereits drei Schneeflocken auf den Schienen, daher hat er Verspätung und der Besuch auf dem Christkindlesmarkt wird ohne Umweg über den Frühstückstisch abgehalten. Direkt in Nürnberg steigt der Besuch aus. 



Blick über die Buden auf dem Markt
Vom Bahnhof an ziehen sich die Buden dicht an dicht: Lebkuchen, Glühwein (jetzt schon!), Bratwürstchen, die hier "drei im Weggla" heißen und in diesem Jahr unverschämt teuer sind. 

Noch lässt es sich gemütlich schlendern, und alles bestaunen: Was es so nur in Nürnberg gibt, sind die Zwetschgenmännlein, Zwetschgenmännla genannt. Aus getrockneten Pflaumen, Feigen und anderem dürren Obst gebastelt, mit kleinen Stoffkleidern geschmückt, waren es wohl ursprünglich Kinderpuppen. Damals gab es übrigens noch keine Playstation. Gut, der Nachteil dieser frühen Besuchszeit ist, dass es noch hell ist, die Lichter nicht so leuchten. Aber dafür ist noch nicht alles so dicht, dass man nichts mehr sieht und man in der Menge quasi die Beine einziehen könnte und trotzdem so dicht gedrängt steht, dass niemand umfallen kann. 

Brunnen am Hauptmarkt
Der Brunnen am Hauptmarkt ist ganz von den Zwetschgenmännlabuden eingekreist. Diese präsentieren ihre Figürchen hübsch übersichtlich wie in einem Amphittheater, oben in der Mitte der Reihen ist ein viereckiges Loch, aus dem guckt die Verkäuferin heraus. So kann sie warten und gucken und schwätzen und ihr wird innendrin nicht gar so kalt. 



Die Zwetschgenmännlas auf den Treppchen
Auf den Stufen dagegen stehen die Männlas und warten auf ihren steilen Treppchen (die auf fränkisch Stäffala heißen) in der Kälte.

Muss man sonst suchen, wo sich am Brunnen der goldene Ring drehen lässt, ist jetzt nur hier eine Lücke zwischen den Büdchen geblieben. So steht eine Schlange an Touristen davor und es lässt sich eine(r) nach dem anderen den Ring drehend filmen oder fotografieren. 

Eine andere Leckerei auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt sind die echten Elisenlebkuchen. Auf dem Blog Nürnberg und so ist der ultimative Lebkuchentest bereits gelaufen und der dortige Besucher-Guide weist den richtigen Weg im und ins Gedränge. 

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Intermezzo: Adventskalender

Seit 160 Jahren gibt es den Adventskalender. 
Ursprünglich wurde er erfunden, um damit die Zeit zwischen dem ersten Dezember bis zum Heiligen Abend für die Kinder zähl- und messbar zu machen: Dazu wurde eine Adventskerze jeden Tag ein Stückchen abgebrannt, oder es wurden nach und nach 24 Bilder an die Wand gehängt. In Thomas Manns Roman "Buddenbrooks" verfolgt der kleine Hanno „das Nahen der unvergleichlichen Zeit" mit einem Abreißkalender, den die Kinderfrau selbst gebastelt hatte.

Work in progress
1902 gab es den ersten gedruckten Kalender. Von nun an ging es, nun ja, bergauf mit der Menge an Angeboten. Nach 1920 waren Kalender modern, in denen man jeden Tag ein Fenster öffnete und ein Bild erschien. Ab den 50er Jahren wurden Adventskalender preiswerter angeboten und etablierten sich somit als Massenartikel. Damals gab es bereits Kalender zum Befüllen: Ich kann mich daran erinnern, wie meine Tante den Adventskalender hergekramt und sorgfältig wieder neu mit kleinen Süßigkeiten befüllt hat. Das muss so vor 43 Jahren gewesen sein. (Doch, die Süßigkeiten haben damals noch in einen Adventskalender gepasst und waren nicht so groß, dass jeweils ein eigenes Säckchen benötigt wurde.
zweiter Schritt
Inzwischen stellt bald jede Schoko- und Süßwarenfirma ihren eigenen Adventskalender her. Wer das Rechnen nicht ganz verlernt hat, der kann nachrechnen, dass das Kilogramm Schokolade beim Lindt Adventskalender 84, 50 Euro kostet. Und ganze 11,24 Euro des Verkaufspreises kostet die Verpackung, die nach den 24 Tagen in den Müll geworfen wird. Das ist doch echt Verschwendung: teure Verpackungen für den Müll.Habe ich als Kind wirklich so ungeduldig auf Weihnachten gewartet? Kam mir die Zeit bis dahin immer so endlos lang vor, dass es mindestens zwei Adventskalender braucht, damit sich der Tag so leichter strukturieren lässt? Irgendwie kommt es mir heutzutage jedenfalls vor, als würde die Zeit rasen: Kaum ist Christkönigsfest vorbei, schon muss der Adventskranz fertig sein. War er ja auch. Dank der Lieblingshausziege.
schon schön rund
Aber was mir in diesem Jahr tatsächlich zu viel ist, das ist das Angebot an virtuellen Adventskalendern. Manche sind ja ganz nett. Einer von diesen empfiehlt, dass ich mir doch bitte jeden Tag ein bisschen Zeit für mich nehmen solle - das mache ich ja auch. Aber nicht, damit ich einen Adventskalender nach dem anderen anklicke. Da gibt es schönere Beschäftigungen. Wie zum Beispiel Stollen-Muffins backen. 
fertig.















Mittwoch, 4. Dezember 2013

Intermezzo: Advent

Weihnachten rückt wie in jedem Jahr unerbittlich näher und kommt vor allen Dingen völlig unerwartet: Seit September sind in den Supermärkten schon die Gänge mit Spekulatius, Pfefferkuchen und Dominosteinen versperrt, so dass ich mit dem Einkaufswagen kaum daran vorbei komme. 
Seit dem ersten Advent haben auch überall die Weihnachtsmärkte geöffnet, manche nur einen Tag oder ein Wochenende lang, andere die ganze Adventszeit über. Wer weder Berührungsangst noch Platzangst hat, der kann sich zwischen den Menschenmassen durchzwängeln. 
Die Händler freut es. Immerhin machen die einen großen Teil ihres Umsatzes in der Adventszeit, genauso wie die Kaufhäuser, in denen die Weihnachtsgeschenke gekauft werden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich diejenigen, die etwas verschenken, auch darüber Gedanken machen, wie das Geschenk wohl beim Empfänger ankommen mag: Wer hinterher gefragt wird: "Warum hast du mir das gekauft?", ahnt wohl, dass ihm derjenige, der das verschenkt hat, nicht wirklich wohlgesonnen ist. Die Seite ist zwar auf englisch, ist aber trotzdem gut verständlich. Ich kann mich auch noch an einige Geschenke erinnern, die so grottig waren, dass ich sie hier nicht aufzählen werde. Dann finde ich es besser, mutiger und korrekter, einfach nichts zu schenken. 

Und? Was habt Ihr schon für Geschenke bekommen, die ihr so ganz fürchterlich fandet?

Advent heißt ja eigentlich: Warten. Und nicht tummeln, futtern und Glühwein trinken. Das ist doch kein Warten, weder auf den Bus, noch auf Godot und auf Weihnachten schon gar nicht. 

Wobei: Auf dem Forchheimer Adventsmarkt war ich schon. Und auf den Nürnberger Christkindelsmarkt gehe ich noch. Ehrlich. Wartet es mal ab. 





Dienstag, 26. November 2013

Obdachlos in Nürnberg

Der Winter naht und es wird kalt---
Die Autoscheibe ist früh am Morgen mit Eiskristallen bedeckt und auf dem Gras liegt Reif. Ganz normal zu dieser Jahreszeit. Was für normale Menschen nur bedeutet, dass sie zwei Minuten früher aus dem Haus gehen, damit sie die Autoscheibe frei kratzen, ansonsten die Heizung ein wenig höher drehen oder ein Stück Holz in den Ofen schieben. Dann ist es drinnen kuschelig warm und für draußen gibt es warme Jacken. 
Peter und Thomas vom Straßenkreuzer
Doch es geht auch anders. Peter Nensel und Thomas Kraft vom Straßenkreuzer führen eine Gruppe Menschen durch die Stadt und zeigen, was Menschen in Nürnberg machen, wenn sie keine Wohnung haben, sondern obdachlos sind. Das bietet eine neue Perspektive auf die Stadt. Wer nicht in den Läden bummeln gehen kann, der kann sich dort auch nicht einfach aufwärmen. 
Es geht durch eine gelb gestrichene Toreinfahrt in einen Hinterhof: Ein Fahrrad steht auf einem Container, es sind Drahtgitterboxen zu sehen und aus der Hauswand wachsen Kisten, groß wie Hundehütten,
mit Fenstern, in denen Flaschen stehen und Vorhänge hängen. Nein, da wohnt keiner. Das ist eine Installation, eine Ausstellung des Nürnberger Künstlers Winfried Baumann. Doch, in anderen Ländern hausen Menschen in solchen Drahtverschlägen, die gerade mal groß genug sein dürften, dass eine Matratze hineinpasst, versichern die beiden vom Straßenkreuzer. Solche Boxen würden in Asien teuer an Wanderarbeiter und Arme vermietet, die je nach Lage dafür umgerechnet zwischen 300 und 800 Euro zahlen müssten. Zwar fielen bei dieser Art zu wohnen keinerlei Nebenkosten an, aber ein schönes Zuhause ist das nicht. 
Doch die Nürnberger als solche sind sozial eingestellt. Das Netz, welches Obdachlose auffangen soll, ist dicht geknüpft. Einige dieser Anlaufstellen zeigen Peter und Thomas, die ihre eigenen und teilweise langjährigen Erfahrungen mit dem Leben auf der Straße haben, von dem sie so gar nicht viel erzählen. Es gibt auch Obdachlose, die definitiv auf der Straße leben wollen. Die kann man in Nürnberg treffen, unterhalb der Brücke die zum Cinecitta führt. Solange dort alles sauber und ruhig bleibt, unternimmt die Polizei auch nichts dagegen. Wer mag, kann eine Kanne Kaffee oder Tee dort vorbeibringen, verraten Peter und Thomas. 
Für obdachlose Jugendliche und junge Erwachsene gibt es das Sleep In, eine betreute Jugendschlafstelle. Hier können sich die Ausreißer duschen, ihre Wäsche waschen, sich aus gespendeten Lebensmitteln etwas kochen und ein bisschen vor dem Fernseher abhängen. Nach dem Ausweis wird niemand gefragt. Ab 23 Uhr ist Nachtruhe. Sechs Nächte darf ein obdachloser Jugendlicher hier pro Monat verbringen, jeweils bis zum Morgen, dann geht es wieder hinaus auf die Straße. Wer wirklich aus der Szene heraus und wieder Fuß fassen möchte, der darf auch länger hier übernachten. 
Für obdachlose Männer gibt es 200 Übernachtungsplätze, für Frauen dagegen nur 15. Was auf den ersten Blick wie Diskriminierung aussieht, hat System. Denn die meisten Obdachlosen sind Männer. Frauen kriechen eher irgendwo unter und arrangieren sich, auch wenn es nicht schön ist. 
Der Haupttreffpunkt für die Obdachlosen ist der Nürnberger Hauptbahnhof. Streetworker kennen die Treffpunkte und gehen dort regelmäßig hin. 
Insgesamt kann die Stadt etwa 500 obdachlose Menschen unterbringen, wenn es nötig ist. Zu dieser Art der Unterkünfte zählen auch die Ausnüchterungszellen der Polizei. 
Im "Fenster zur Stadt", einer Einrichtung der katholischen Stadtkirche Nürnberg, können sich Obdachlose und andere Menschen aufwärmen, einfach sitzen, Zeitung lesen, es gibt Kaffee und Tee für den jeder das zahlt, was er sich leisten kann. Und es gibt Beratung, für den, der sie braucht und möchte. Personal- und Raumkosten zahlt die katholische Kirche, Kaffee und Tee werden über Spenden finanziert. So zahlt jeder, was er kann. 
Es gibt den Verein Kassandra e.V., der sich um Prostituierte kümmert, es gibt das Estragon, ein Restaurant, welches von der Aidshilfe betrieben wird. In diesem Projekt arbeiten Menschen, die behindert sind oder andere Schwierigkeiten haben. Nebenan bietet der Verein Lilith e.V. drogenabhängigen Frauen die Möglichkeit, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Und natürlich der Straßenkreuzer selbst, der Obdachlosen neue Perspektiven bietet. In Nürnberg wird viel geleistet. 
Wer Interesse an einer solchen Stadtführung in Nürnberg hat, der kann sich an die Mitarbeiter des Straßenkreuzers wenden. Jederzeit. 





Sonntag, 24. November 2013

Das Gewitter und die Kerzen

Mit einem leisen Grummeln in der Ferne kündigt sich ein Gewitter an. Noch scheint die Sonne warm und golden, doch schnell ziehen dunkle Wolken vom Horizont heran und verdüstern die Stimmung. Zuckt der erste Blitz über den Himmel, knallt es anschließend richtig, je näher das Gewitter rückt. 
Bei der Uroma hieß es dann immer: "Guck nicht aus dem Fenster, damit du den Blitz nicht herlockst!"
In jedem Jahr sterben Menschen durch Gewitter. Aber es sind sehr viel weniger, als vor sechzig Jahren: 1950 starben jährlich etwa 100 Menschen, heutzutage sind es höchstens zehn Tote. Ob das daran liegt, dass sich weniger Menschen im Freien aufhalten? 

Durch einen Blitzableiter wurden die Häuser erst nach ca. 1750 geschützt. Denn geriet eines der Fachwerkhäuser durch einen Blitz in Brand, dann waren auch die eng stehenden Häuser in der Nachbarschaft gefährdet. 

Vorsichtshalber zündeten die Menschen vor knapp fünfhundert Jahren Gewitterkerzen an: Das waren schwarz durchgefärbte Kerzen, die besonders gesegnet waren. Weil die Kerzen aus den Wachsresten der Kerzen der Gedenkkapellen, wie beispielsweise Altötting, gefertigt waren, sorgte das Kerzenruß für die schwarze Farbe. Zum ersten Mal wurden die Gewitterkerzen 1675 erwähnt: Die Menschen stellten diese Gewitterkerzen nicht in einer Kapelle auf, sondern nahmen sie nach Hause. Zog ein Gewitter heran, wurde die Kerze angezündet und die Menschen beteten zu Gott, dass er ihr Haus und Hof, ihre Tiere und sie selbst vor dem Gewitter schützen möge. 

In der Volkacher Wallfahrtskirche Maria im Weingarten gibt es immer noch schwarze Gewitterkerzen, so wie früher. Mit einem Bildnis der Heiligen Anna, welche bei Gewitter als Schutzheilige angerufen wurde. Das katholische Brauchtum verlor sich zwar in den letzten fünfzig Jahren, doch manchmal schleichen sich solche Dinge wieder hinterrücks heran: Denn die Sehnsucht nach Produkten, die authentisch und emotional zugleich sein sollen, gibt es bei den Menschen immer noch. Deswegen sind selbst auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt Gewitterkerzen zu finden. Hier suchen die Einkäufer aus der ganzen Welt nach den Dingen, welche die Kunden dann im Jahr darauf in den Läden finden sollen. Nur einen kleinen Nachteil haben diese modischen Gewitterkerzen allemal: Sie sind nicht geweiht. 



Freitag, 15. November 2013

Eine Reise an das Ende der Welt


Ich hatte mir eine Tour durch die Wüste immer beschwerlich und schweißtreibend vorgestellt. In meiner Fantasie zogen mit Spezereien und Edelsteinen, Seidenstoffen und Aphrodisiaka beladene Kamele gemächlich Jahrhunderte alte Pfade entlang. Die Wege gesäumt von verendeten, unter ihrer Last zusammengebrochenen Tieren. Bleiche Schädel bleckten Zähne in die Sonne, durch hoch aufragende Rippenbögen pfiff Wüstenwind körnigen Sand. Reste graugelber Kamelhaut wehten gedörrt, von Aasgeiern zerrupft, über mumifizierten Leichen. Immer wieder die bange und lebenswichtige Frage: Ob dieser sandverwehte Pfad noch der richtige sei - oder würde er geradewegs in den hitzeflimmernden Horizont zu einer Fata Morgana führen, welche die Reisenden mit dem Trugbild einer Oase narrte und sinnenverwirrt verdursten ließ? Schwer bewaffnete und vermummte Söldner begleiteten und schützten Leiber und Leben der Reisenden und der Tiere. Denn manchmal überfielen mutige Krieger auf mageren Pferden die Karawanen, ihr Leben in den wenigen Oasen der Wüste war sonst zu schwer und karg.

Als ich die Reise ans Ende der Welt selbst begann, führte eine moderne Wüstenstraße geteert und schnurgerade zum Horizont, die scharf gezogenen Ränder von kleinen Sandwehen verwischt. Bis an den Südrand des alten Reiches fuhr ich in einem Konvoi klimatisierter Reisebusse.

Im Dunkel der Nacht noch hatte sich der Zug auf einem großen Parkplatz im Schutz der Militärs formiert, bevor es hinaus in die Todeszone ging. Blutjunge, hagere Soldaten in abgewetzten Uniformen und mit blank geputzten Uzis fuhren in jedem Fahrzeug auf den aussichtsreichsten Plätzen in der ersten Reihe. Ob gleich bewaffnete Männer aus den schwarzen Schatten der Sand- und Kiesberge die Busse stürmen würden?

Die Dunkelheit der Nacht ließ meine Fantasie Purzelbäume schlagen. Wie real war die Bedrohung?
Langsam zeigte sich am östlichen Horizont ein schmaler Lichtstreif, und genauso langsam erhob sich die Sonne zu ihrem täglichen Lauf. Die alten Ägypter glaubten, Nut, die alles überspannende, blaue Himmelsgöttin, schlucke jeden Abend die Sonne, um sie am Morgen neu zu gebären.

Die Straße war menschenleer. In größeren Abständen luden Haltebuchten ein, in der sandigen und felsigen Ödnis zu verweilen. Doch die Fahrzeuge rasten immer weiter. Ich warf einen Blick auf den Tacho: Die Nadel stand still am Anschlag. "Kaputt?" Der Fahrer schüttelte den Kopf unter seiner Kefijah: "No, madam. Maximum speed."

Drei lange Stunden bretterten die achtzig vollbesetzten Busse durch die nubische Wüste bis zu einem riesigen, mit Stacheldraht umzäunten, leeren Parkplatz. Flache Gebäude säumten eine Längsseite: Toiletten - am Ende der Welt wurde die Zivilisation von Wasserklos verteidigt. Die Händler auf dem Weg zum Gasthaus wurden munter und kamen mit ihren Waren aus dem Dunkel ihrer Verschläge heraus: "Parlez-vous Francais?" - "Do you speak English?" - "Sprechen Sie Deutsch?"

Woran sahen die Händler, in welcher Sprache sie ihre Tücher und Figuren anbieten mussten? Ich schaute an mir herab: Was unterschied mich von den Israelis, die hinter mir gingen?

Ich sah mich um. Lächelnde Japaner posierten mit dem Victory-Zeichen vor ihren Kameras, rotgesichtige Holländer wischten sich mit blaukarierten Taschentüchern den Schweiß von der Stirn, zierliche Französinnen trugen entgegen aller Empfehlungen nur einen Hauch an Stoff. Globetrotter aus aller Welt, in Khaki uniformiert und mit schweren Objektiven bewaffnet, schraubten an den Bajonettverschlüssen der Spiegelreflexkameras. Die Menge schob sich langsam zu einem flachen Gebäude, das von einem starken Metallzaun umgeben war. Schwer bewaffnete, junge Männer standen scheinbar gleichgültig herum. Doch unter den langen, schwarzen Wimpern musterten hellwache Augen jeden Einzelnen durchdringend beim Eintritt.

Hunderte von Menschen drängten sich durch die dämmerige Enge des Einlasses. Ausnahmslos jede Tasche wurde mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Noch ein kurzer Fußmarsch um den Hügel: Dort hielten sie ihre ewige Wacht. Seit 3.000 Jahren bewachen die ägyptischen Götter die nubische Grenze des alten Reiches. Ramses II. ließ einst die Tempel von Abu Simbel am Südzipfel seines Reiches bauen. Schon damals musste alles - Werkzeuge, Farbe, Brot und Zwiebeln - in Karawanen mühsam an das Ende der Welt geliefert werden. Nur die Steine nicht. Die Tempel wurden direkt in den Fels hineingeschlagen.

Menschenleer und vergessen lagen die Stätten über viele Jahrhunderte, bis sie wiederentdeckt wurden. Jetzt erwacht jeden Tag für zwei Stunden der freie Platz vor den Tempeln zu quirligem Leben. Reiseführer versammeln ihre Gruppen um sich und erklären mit Hilfe von Fotografien die Hieroglyphen und Bilder, die das Dunkel im Tempelinneren bewahrt hatte.
Ich ging langsam zum Eingang des Tempels. Schlachtenszenen und abgeschlagene Köpfe zeigten Eindringlingen, was ihnen bevorstand, wenn Ramses mit seinem Streitwagen die Feinde Ägyptens besiegte, um sie der Göttin des Krieges zu opfern. Was würde der Pharao zu den modernen Eindringlingen sagen, die die heiligen Hallen in Massen stürmten?

Ich ging in die Tempel hinein, sah die Menschenmengen sich an den Wänden entlang schieben. Ich suchte Reste von Erhabenheit, doch fand ich nur weinende Kinder, dozierende Väter, staunende Bildungsbürger, fühlende Esoteriker - alles schob und drängelte, es blieb kein Raum für Stille und Besinnung.

Im Allerheiligsten saßen Ptah, Amun-Re, Ramses und Re-Harachte im Dunkel. Nur zweimal im Jahr, zur Sonnenwende, schien die Sonne einen kurzen Augenblick lang, wie einen Lidschlag der Ewigkeit, auf drei der Statuen. Jetzt erhellte ein Scheinwerfer die Kammer tief im Fels, damit die Besucher staunen konnten. Der Gestank nach ungelüfteter Wäsche, nach Schweiß und Deodorant, nach Schimmel und bereits hundertfach geatmeter Luft ließ mir den Raum immer kleiner werden. Rückten die Wände zusammen? Brauchten die Götter neue Nahrung?
Ich eilte hinaus, stolperte fast, geblendet vom Mittagslicht. In der Ferne glitzerte Wasser, kleine Wellen schlugen an steinige Ufer. Nichts wuchs rund um den See, der doch Leben spenden sollte und zur Bewässerung gestaut wurde. Ein Baum reckte schwarze, dürre Äste ins Himmelblau.


Im Mittagslicht auf der Rückfahrt sah ich, dass die Wüstenstraße wirklich von Kadavern gesäumt war: Zerfetzte Karkassen toter Reifen lagen zwischen Steinen, Geröll und Sand, waren der Jagd auf den Horizont mit maximaler Geschwindigkeit zum Opfer gefallen.

Mittwoch, 6. November 2013

Intermezzo --- Exit Marrakech

Ist derjenige Vater ein guter Vater, der abends um sieben am Bett seines Kindes sitzt? Das fragt Ulrich Tukur als Heinrich, als er mit seinem Sohn, dem unbekannten Wesen, unterwegs in Marrakech ist. Was macht einen guten Vater oder eine gute Mutter eigentlich aus? Man bringt das Kind zur Welt und hat ab dann 18 Jahre lang Zeit, es groß werden zu lassen, bis es gehen kann, laufen und alleine stehen kann. Wenn es dann geht, und sein Leben alleine meistert, ohne ständig am Rockzipfel zu hängen, dann weiß man, dass es gelungen ist. Dann, wenn sie gehen, ohne zurückzublicken.
Danach war Heinrich kein guter Vater. Denn Ben versucht in dem Film von Caroline Link: Exit in Marrakech zwar auszubrechen und seinen eigenen Weg zu gehen. Ben ist sich selbst überlassen, entdeckt die Welt, doch angenehmerweise hat er dank seiner Eltern auch das nötige Kleingeld dazu. Selbst verdient ist da nichts. Und so kann er auch unbekümmert in den Tag leben und sich vergnügen, ohne Verantwortung zu übernehmen, weder für sich, noch für andere. Denken? Och, das ist doch was, wenn die Schule wieder losgeht, damit die Noten auf dem Zeugnis stimmen... Aber doch nichts, was einen selbst betrifft.
Einen Augenblick lang schien es, als würde Ben wachsen, groß werden, erwachsen werden. 
Doch zum Schluss landet er wieder bei Mama und Papa und der vierjährigen Halbschwester, die er endlich kennen lernt und mit der er spielt. Schöne Idylle. Erwachsen ist anders.  

Samstag, 2. November 2013

Nicht alle Heiligen - nur 14 Nothelfer

Weil man schließlich - wie in jeder ordentlichen Behörde - nicht mit jeder Kleinigkeit den Chef behelligt, gibt es in der Kirche die dafür zuständigen Heiligen: Ob bei Halsweh oder Schusseligkeit - immer gibt es einen, der dafür zuständig ist. Die Personalabteilung für die Heiligen ist die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse in Rom, die legen gewissermaßen fest, für welche Aufgaben und Nöte der entsprechende Heilige zuständig ist. 

Der Patron der Schusseligkeit: Antonius
Das ist in der Kirche nicht anders, als bei einem Oberbürgermeister oder dem Bundespräsidenten: Nur, weil ich einen neuen Personalausweis brauche, meinen Sperrmüll loswerden will oder eine Garage bauen möchte, frage ich ja auch nicht den oberen Stadtchef, sondern eben jene subalternen Mitarbeiter, die dafür zuständig sind. 

Am Feiertag Allerheiligen wird nun an alle Heiligen gedacht. Damit keiner vergessen wird, sind alle im Martyrologium Romanum verzeichnet: Neben 6650 Seligen und Heiligen, die namentlich bekannt sind, gibt es noch 7400 namentlich unbekannte Märtyrer. Bis  zum frühen Mittelalter hat quasi das Kirchenvolk selbst entschieden, wer heilig ist und Wunder bewirkt hat. Später kümmerte sich die Zentrale in Rom lieber selbst darum. Ab jetzt wurde nur noch in einem ordentlichen Verfahren heiliggesprochen. 

Eine Seite des Nothelfer-Altars
Die 14 Nothelfer sind Heilige aus den ersten Jahrhunderten der Kirche, sie wurden bereits im 9. Jahrhundert verehrt. In dieser Zeit waren die Menschen ohnmächtig gegenüber Krankheiten und Seuchen, wie der Pest. Auch gegen Hunger, Krieg und Brände schien nicht viel zu helfen - also wurde gebetet. Wer in dieser Zeit viele Heilige anrief, der sicherte sich nach dem damaligen Verständnis auch mehr an Schutz und Beistand. Deswegen wurden im 13. /14. Jahrhundert viele Kirchen den Nothelfern geweiht. Bis heute gibt es in ganz Europa über 800 davon. 

Vierzehnheiligen mit eingerüsteten Türmen
Unweit von Staffelberg und Lichtenfels steht in Oberfranken eine große Basilika der Vierzehnheiligen. Innen, unter dem Altar mit den vierzehn Heiligen darauf, ist eine Öffnung, durch die der Boden zu sehen ist, auf dem die Heiligen erschienen. Der Klosterschäfer Hermann Leicht sah vierzehn Gestalten, die Nothelfer, die ihn baten, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. 1772 wurde die Barockkirche nach Plänen von Balthasar Neumann errichtet: Damals hat sich keiner über die Höhe der Baukosten beschwert, im Gegenteil, es konnte nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges nicht prunkvoll genug sein. 

Bauzeichnung der Basilika 
Nach den himmelaufragenden Kirchen der Gotik und den Saalkirchen der Renaissance sollten die Kirchen des Barock prachtvoll sein - einen Gegenpol zum Sterben und zum Dunkel bilden. Die beiden großen Konfessionen waren und blieben verfeindet. In den Barockkirchen ist die Decke mit dem Himmel großflächig bemalt. Weil inzwischen dank der neuen Mathematik von Leibniz, Kepler und Newton Kurven, Parabeln und Hyperbeln berechnet werden konnten, nutzten die Baumeister diese Kenntnisse. Auch der Innenraum von Vierzehnheiligen ist als Ellipse konstruiert. Die Malereien an den Wänden und die Skulpturen gehen ineinander über und es sieht alles ein bisschen aus, wie in einem Schloss. 






Sonntag, 27. Oktober 2013

Intermezzo --- alles nur gut gemeint: eine Lehrerfortbildungsmaßnahme

Wenn etwas gut gemeint ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass es auch gut gemacht oder gar sinnvoll ist. Dass sich selbst Lehrer fort- und weiterbilden müssen, obwohl sie mit nichts anderem beschäftigt sind, als Schülern wichtige Dinge beizubringen, scheint zunächst so sinnvoll, wie einleuchtend. Damit aber für die Schüler der Unterricht nicht etwa ausfällt, weil Lehrer eine Fortbildung besuchen, hat sich das pfiffige Schulamt im fränkischen Forchheim etwas ausgedacht: In Kürze gibt es ja einen Feiertag, den Buß- und Bettag, den haben die Schüler ohnehin frei - und weil im Katholischen keine evangelischen Feiertage eingehalten werden müssen, haben die Lehrer ja an eben diesem Tag unverdient frei. Das geht nun so nicht, dachte sich das Schulamt und plante rechtzeitig eine geeignete Gegenmaßnahme: 

Die Lehrer des Schulamtsbezirkes wurden verpflichtet, an diesem ihren freien Tag gemeinsam in eine Schule zu gehen, in der andere Lehrer mit ihnen einen ganzen Fortbildungstag veranstalten würden. Schule von Lehrern für Lehrer, gewissermaßen: Dank des Feiertages ist ja auch Zeit und Muße, sich weiterzubilden. 

Ein Faltblatt informierte die betroffenen begeisterten Lehrer des Schulamtsbezirkes rechtzeitig über die angebotenen Workshops. Jeder sollte sich entsprechend seiner persönlichen Neigung eintragen, schließlich lässt sich so besser für alle planen. Nun ergeht es den Lehrern wie den Schülern anlässlich einer Projektwoche, in denen sie sich für mehr oder weniger interessante Angebote interessieren sollen, die sonst nicht auf dem regulären Stundenplan stehen: (eine kleine Auswahl aus der angebotenen Themenliste)
- Hilfe mein System wird immer langsamer
- Stress-Management im Schulalltag
- Die Stille in Dir
- Positives Denken in 5 Schritten
- Ich will Eltern zur Mitarbeit bewegen - Aber die machen nicht mit
- Klangbäder
- Work-Life-Balance
- Kompetent im Umgang mit sozialen Netzwerken
- Was verbindet Holzkreisel und Pinseltasche

Damit kein Lehrer hierbei wegen fehlender Kinderbetreuung absagen muss, wird an diesem Feiertag auch dafür gesorgt: Ab dem Kindergartenalter können diese angemeldet werden, damit sie an dem Tag nicht mit Mama oder Papa etwas erleben, sondern ebenfalls betreut werden. Aber nicht ohne vorherige Anmeldung...





Donnerstag, 10. Oktober 2013

Intermezzo: Das Mädchen Wadjda

Ein leises Unbehagen schlich sich immer wieder hinterrücks heran: kann das gut ausgehen? Die Geschichte von einem zehnjährigen Mädchen, welches einfach nur Fahrrad fahren will, in einer Welt, in der das für Mädchen verboten ist? 

Das Mädchen Wadjda ist nicht nur der erste saudiarabische Film, sondern Haifaa al Mansour, die Regisseurin, ist eine Frau. Er erzählt die Geschichte eines Mädchens: Wadjda lebt mit ihrer Mutter allein in einem Haus. Der Vater taucht nur gelegentlich auf, es dauerte eine Weile, bis ich gemerkt habe, dass er offensichtlich noch bei seiner Mutter lebt. Im Haus scheint alles normal, fast so, wie wir es auch kennen. Die Mutter singt, trägt schöne Kleidung. Doch wenn sie aus dem Haus gehen, wird alles sorgfältig verhüllt. 

Wadjda scheint von einer erfrischenden Naivität, die sich nicht recht in die restriktiven Verhältnisse fügen will. Immer wieder eckt sie an, nur ein bisschen, doch es geht immer wieder gut aus. Ihr Freund, der Nachbarsjunge Abdullah, fährt Fahrrad und neckt sie, deswegen will sie zeigen, dass sie genauso gut wie dieser fahren kann. Doch Fahrradfahren ist für anständige Mädchen in Saudiarabien verboten. Außerdem ist das Fahrrad, welches beim Händler steht, teuer - und die Mutter gibt Wadjda kein Geld dafür. Sie beginnt, Armbänder zu flechten, verkauft diese in der Schule, aber es gibt nicht viel Geld dafür. Sie meldet sich für einen Koran-Rezitationswettbewerb an, obwohl sie den Koran bis dahin nur sehr stockend lesen kann. Aber hier winkt als Belohnung ein Preisgeld. 

Die Regisseurin hatte es nicht einfach, den Film zu drehen. Denn er zeigt nicht nur, wie eingeschränkt weibliche Freiheiten in Saudi-Arabien sind, sondern wurde selbst beim Drehen damit konfrontiert. Denn auch die Regisseurin ist den gleichen Zwängen unterworfen, wie alle Frauen in diesem Land: Der Film, den es gar nicht geben duerfte. Mutter und Tochter versuchen gleichermaßen, aus ihrem weiblichen Gefängnis zu entkommen: Die Mutter möchte, dass sich der Vater keine zweite Frau nimmt und Wadjda möchte Fahrradfahren. Während der Mutter dies allerdings misslingt, sie vom Dach ihres Hauses die Freudenböller zur Hochzeit sehen muss, erfüllt sie ihrer Tochter dafür den Wunsch nach dem Fahrrad. 

Die Welt ist fremd, so, als spielte der Film auf einem fremden Planeten. Manches erinnert an die Strenge udn Indoktrination vergangener Diktaturen, die es auch in Europa gab. Wie mag wohl eine Welt aussehen, in der Männer und Frauen gleichermaßen gleichberechtigt miteinander leben können. Denn auch davon sind wir in Europa noch meilenweit entfernt. Weil die Verhältnisse, wie sie sind, für uns normal sind, fällt es uns oft nicht auf. Erst in der Konfrontation mit der Fremde schleicht sich ein Unbehagen hinterrücks an. 




Samstag, 5. Oktober 2013

Fränkischer Federweisser - eine Suche

mit Rainer Maria Rilke:
Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Nein, Herr. Es war doch noch nicht die richtige Zeit. In diesem Jahr dauert es zwei Wochen länger als sonst, bis es endlich den Federweißer gibt. Dabei hatte sich für die Weintour am sonnigen Wochenende sogar der Mittelstreifen der Autobahn mit gelb blühendem Senf geschmückt. Der Blick reichte weit über satt-grüne Wiesen, kein Lärmschutzwall engte den Blick tunnelgleich nach vorne.
Hinter Geiselwind rechts von der Autobahn herunter, kleine Dörfer säumen blumig die kleine Straße, welche zwar Steigerwald-Höhenstraße heißt, doch außerhalb der Ortschaften kaum Aussicht bietet, ist sie doch von hohen Buchenwäldern rechts und links gesäumt. Erst beim Herabfahren grüßt eine Figur vom Turm: War das einst ein Abt im Kloster, der von hoch oben immer noch achtsam über seinen Mönchen wacht? Beim Vorbeifahren verrät ein Schild am Turm: Dies sei der Wächterturm, der auch Marienturm genannt werde. Also steht kein Abt oben auf der Turmspitze, sondern eine Maria.


Kloster Ebrach ist schon seit mehr als 200 Jahren kein Kloster der Zisterzienser mehr, sondern eine Strafanstalt: Justizvollzugsanstalt genannt, in diesem Fall für Jugendliche. Die Kirche ist allerdings noch Kirche. Zwar war sie groß, doch eher schlicht – Zisterzienser bauten eigentlich eher unprätentiös und legten Wert auf Einfachheit: Ursprünglich gab es weder kostbare Gemälde, noch wertvolle Kelche und auch keinen Bauschmuck. Das hieß jedoch nicht, dass die Kirche klein war: Sie beeindruckt eher mit ihrer monumentalen Größe. Die Wirkung dürfte früher, als die Straße noch nicht geteert und damit tiefer lag, noch größer gewesen sein.


Innendrin ist die Kirche beeindruckend gelb bemalt, geschmückt mit viel Stuck und überhaupt recht viel möbliert, mit Grabmälern, kleinen Nischen und Altären und was eben so in eine richtige barock gestaltete Kirche gehört. Von der Einfachheit der Zisterzienser blieb da nichts mehr übrig. Ab 1200 wurde die Kirche gebaut und um 1725 wurde sie barockisiert und mit dem Stuck geschmückt.

Weiter ging es, nach einem Kaffee im Cafe.
Unten am Main wächst der Wein, hangwärts zumeist. Doch es braucht noch mehr als zwei südliche Tage nach dem kalten Frühjahr, welches so lange auf sich warten ließ. Alle Früchte hängen noch an den Stöcken. Die Öchslegrade reichen nicht, erklärt der Winzer, für die Lese. Erst dann wird es den frischen Federweißer geben – und das auch nur zwei Wochen lang. Fertigen Wein hingegen gab es bereits, aus dem Jahr davor. Der wartet jetzt im Keller darauf, dass er noch ein wenig runder wird.

Oberhalb von Zeil am Main grüßte ein Kirchlein, welches von unten her imposanter aussah, als es dann schlussendlich war. Aber das machte nichts, der Blick ins Tal hinab war weit und reichte bis zum Atomkraftwerk Grafenrheinfeld.


 

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Regensburger Stadtrundgang, zweiter Teil

Relikte aus der Römerzeit,
fast zweitausend Jahre alt, sind noch in Regensburg zu sehen: Die Reste des Nordtores zum Militärlager bilden heute einen schwarzen Kontrast zum weiß gekalkten Bischofshof. Damals lagerte die Legion 3 italica mit 6000 Soldaten am nördlichsten Punkt der Donau und bewachte die Grenze des römischen Reiches, damit weder die Germanen noch andere barbarische Völker die Römer ärgern konnten. 




Die letzten zwei Römer aus Castra Regina
Zwei übrig gebliebene Römer erzählten davon, wie sie mit ihrer Ausrüstung, die zwischen 35 und 40 Kilogramm wog, gut 30 Kilometer pro Tag marschieren mussten. So dauerte der 500 Kilometer lange Marsch von Camuntum (einst ein römischer Hauptstützpunkt an der Donaugrenze, östlich von Wien gelegen) bis nach Regensburg vier Wochen lang. Mit diesem Marsch testeten die Archäologen die Qualität der Ausrüstung, welche sie sich nach den historischen Überlieferungen hergestellt haben. Das ganze nennt sich experimentelle Archäologie. Die Schuhe haben Ledersohlen, die genagelt sind - so laufen sich die Sohlen nicht so schnell durch. Dafür lässt sich hinterher hervorragend berechnen, wie viele Nägel für Schuhe eine römische Legion während eines 500 Kilometer langen Marsches verbrauchte. 

Der Eselsturm am Regensburger Dom
Die Treppe hinter den beiden Römern führt zum Sitz des Bischofs mit Blick auf den Regensburger Dom. Ein alter Turm, Eselsturm genannt, klebt noch an der gotischen Basilika. Asinus heißt aber nicht nur Esel oder Dummkopf, sondern war einst auch die Bezeichnung für einen Lastenaufzug. Vielleicht zogen ja Esel erst die Steine, später dann die Glocken für die neuen Türme nach oben. Weil Regensburg nach dem Bau des Doms nicht mehr so viel Geld hatte, blieb der alte Turm stehen und vor allen Dingen blieb er unverkleidet: Manchmal ist ja Armut der bessere Denkmalpfleger. 

Ja, der Kaiser fuhr einfach vorbei
Im barocken Rathaustrakt zeterte ein
Rathausbediensteter, dass die Kaiserin Maria Theresia mit ihrem Mann eigentlich auf ihrem Heimweg in Regensburg übernachten wollten. Doch weil die Dunkelheit schneller war, als das kaiserliche Schiff, übernachteten sie auf demselben. Alles war umsonst: Der Schmuck, die Illumination, das Spalier, die Musikanten...die Regensburger waren enttäuscht. Niemand kam, den sie gebührend empfangen konnten. 

Weil das Handelsbuch der Familie
Margarethe Runtinger lauscht dem Reisebericht
Runtinger im Stadtarchiv erhalten blieb, mit seinen Aufzeichnungen über die gehandelten Waren, Preisaufschlägen und Handelswegen. Deswegen ist über diese Patrizierfamilie, die um 1400 lebte, vieles bekannt. Nicht nur der Handelsherr Matthias, auch seine Frau Margarethe führte das Buch. Als Matthias Runtinger starb, übernahm seine Frau die Geschäfte. Zwar begleitete sie nicht die Reisen, wie einst ihr Mann, doch ihr wurde ausführlich berichtet. Das Haus Runtinger war in Regensburg das erste Haus, welches die neuartigen Butzenscheiben aus Glas in den Fenstern eingebaut hatte: Mehr Luxus ging damals nicht. Die Karawanen waren Monate, manchmal sogar Jahre unterwegs. Kamen sie zurück, konnten die Reisenden von wunderlichen Tieren mit langen Nasen und märchenhaften Orten berichten.

Das Portal der Schottenkirche
Auch von Regensburg ließe sich
noch viel berichten, von der Schottenkirche mit ihrem reich geschmückten Portal, von mancherlei Durchgängen und von einer glücklichen Liebesgeschichte:








Don Juan d'Austria 
Als der Kaiser Karl V. bereits Witwer war, verliebte er sich in die bürgerliche Gürtlerstochter Barbara Blomberg. (Ob sie ihm einen neuen Gürtel bringen musste, da der alte zu eng geworden? Man weiß es nicht. Man kann nur munkeln.) Jedenfalls bekam Barbara einen Sohn vom Kaiser, den dieser standesgemäß am spanischen Hof erzog, ohne dass er von seiner Herkunft wusste. Er sollte zwar in den kirchlichen Dienst, doch er wollte lieber zur Armee. Als

Befehlshaber der spanischen Mittelmeerflotte machte er sich einen Namen und schlug 1571 die Osmanen in der Seeschlacht von Lepanto.

Aber am Besten ist es: Hinfahren und selber gucken.