Montag, 20. Juni 2011

Kräuterpizza am Wochenende




Da hat mir doch jemand eine Schüssel Kräuter, wild aus dem Garten eingefangen, in die Küche gestellt. Gab es am Wochenende also Kräuterpizza:

Das Kochbuch wies unter Punkt eins an,
den Hefeteig aus der Tiefkühlabteilung aufzutauen. Da ich Hefeteig noch selber kann, mache ich welchen aus 400 gr. Weizenvollkornmehl, gewürzt mit Salz und getrockneten Kräutern.
Ein kleiner Blumenkohl, eine Kohlrabi und drei Möhren lungerten noch im Kühlschrank herum, die wurden geputzt, geschnitten, angeschmort und gedünstet.

Knoblauch, Zwiebeln und Paprika landeten in Stücken in der Pfanne:



Dazu kamen noch Tomatenwürfel und Gewürze. Da an diesem Wochenende kein Kind mit am Tisch sitzt, wurde alles ein wenig schärfer gewürzt.

Als der Tomatenmatsch abgekühlt war, kam er auf den Teig. Darauf die Gemüsestücke und die gehackten frischen Kräuter. Obenauf Käse und ab in den Ofen:

War lecker. Und es hat gar nicht lange gedauert, bis alles weggeputzt war.

Falls jemand das komplette Rezept haben möchte... (das gibt es in keinem Kochbuch, da ich das ursprüngliche Rezept ordentlich getunt habe)

Dienstag, 7. Juni 2011

Meine Wünsche für dich

Ich wünsche dir:

Eine gute Zeit zu trauern, über das, was du verloren hast. Treue, Trauer, Trost: Denn sie werden getröstet werden - darin liegt ein Versprechen, das Leben anzunehmen. So, wie es nun einmal ist, weil wir es nicht in der Hand haben, es im Großen zu ändern.

Nur im Kleinen bleibt uns manchmal die Illusion der Veränderung und wenn man zurückschaut und ehrlich ist, dann hat es immer so kommen müssen.
Weil es unser Weg ist, dieser Weg, der uns zu unserem Ziel birgt: Dem Tod ein Stück näher.

Ich wünsche dir:

Dass du wütend und zornig sein kannst, über das, was passiert. Dass du jemanden hast, der dich trägt, der dich beschützt und in dessen Schutz zu einfach deinen Gefühlen und deiner Trauer und deiner Wut Ausdruck geben kannst -

mal ganz ohne Rücksicht auf:
Das ertragen die anderen nicht, deswegen reiße ich mich zusammen und spiele ihnen vor, wie gut es mir gehe.

Ich wünsche dir ein langes Leben vor dem Tod, mit vielen kleinen und großen Freuden, wenn die Tulpen nach dem langen Winter im Garten blühen. Oder die Wühlmäuse hatten vorher ihre Freude daran. Dann blüht uns nichts mehr.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Sie haben Post

Pling. „Sie haben Post“: Zum bevorstehenden Tag Christi Himmelfahrt wird mir per E-Mail eine Megachance eröffnet. So steht es in der Betreff-Zeile. Als ich die Mail öffne, grinst mich ein kleines Teufelchen an und will mir einen höllisch heißen Aktientipp verraten.

Aha. Kaum ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch: Ich soll an Christi Himmelfahrt einen Pakt mit dem Aktienteufel schließen. Das könnte euch so passen, mein schönes Geld lasse ich nicht in der Hölle verbrennen. Ob sich die Marketingabteilung jenes Anbieters dessen bewusst ist, wie heiß es in der Hölle sein kann? Da brennt nicht nur das Geld, da schmilzt der Verstand, vor lauter Gier. Nun, wenn der Geiz siegt und die Dollarzeichen in den Augen tanzen, ist das Denken nur noch eingeschränkt möglich.

Dabei müsste einem doch der gesunde Menschenverstand sagen, dass niemand etwas zu verschenken hat, schon gar nicht Geld und dass es Angebote gibt, die nur den Profit des Anbieters im Kopf haben. Genau wie bei vielen neuen elektronischen Geräten: Hier bauen die Hersteller Produkte extra mit Fehlern, damit wir dann teure Abhilfen kaufen. Hersteller von Druckertinte sind dabei besonders talentiert: Setzt man eine andere Tintenpatrone als das Original ein, halbiert der Drucker einfach die Auflösung.

Vor rund zweitausend Jahren hatte Jesus etwas zu verschenken. Und wer wollte es haben?

Genau. Statt zufrieden zu sein, jagen wir ständig nach neuen Dingen und ärgern uns, wenn es den anderen scheinbar besser geht. Der Nachbar hat sich ein neues Auto gekauft? Wo nimmt der bloß immer das Geld dafür her?

Und die Nachbarin hat schon wieder eine neue Frisur und kommt mit vollen Taschen vom Einkaufen – stattdessen sollte sie lieber ihre Fenster putzen.