Montag, 26. August 2013

Main und Meer --- die bayerische Landesausstellung in Schweinfurt

Maa, Mee, Moi: Mää... was sich wie dynamisches Ziegengemecker anhört, ist in Wirklichkeit die korrekte Aussprache des Mains entlang seiner Laufbahn: Nicht weit von Bayreuth entspringt der Fluss, der hier Maa genannt wird, genauso wie in Kulmbach, in Lichtenfels bis nach Bamberg. In Schweinfurt und Würzburg ist es der Mee und hinter Aschaffenburg der Moi, bis er in Hessen wieder der Maa ist. 
Weil der Main mit dem roten und dem weißen Main zwei Quellen hat, meint der Kabarettist Michl Müller, dass er ein echter Franke sei, auch wenn er noch durch Hessen bis nach Baden-Württemberg fließt, bevor er im Rhein aufgeht.

In Schweinfurt ist der Main ausgestellt, vielmehr: In der bayerischen Landesausstellung dreht sich alles rund um den Main: das, was in ihm lebt, was neben ihm lebt, was auf ihm lebt und was von ihm lebt. Das ist eine Menge: Gab es einst Gerber, Flößer, Kiesschöpfer und Fährleute, gibt es heute noch an den Ufern die Winzer und auf dem Wasser die Schifffahrt. 

So kommen auch mal Gäste nach Schweinfurt in Unterfranken, die sonst nicht wissen, was sie dort sollen. Das ist tatsächlich nicht einfach, denn schon wer dort essen will, sonntags, hat es nicht leicht. Die netten Damen in der Ausstellung empfahlen zwar ein Lokal in Flussnähe, doch dort war geschlossen. Vor dem Rathaus war zwar Weinfest, aber rund um die Tischreihen standen mit einem Bratwurststand und einem Bratfischstand nur die üblichen Verdächtigen. Einen Italiener gab es. Ja, wenn die nicht wären...

In der Citykirche, wie die Evangelischen die Kirche nennen, die hinter dem Denkmal von Friedrich Rückert vorlugt, ist der schöne Altar mit einem modernen Bild, nun ja, ich würde sagen, verschlimmbessert. Wenn schon modern, dann richtig modern. Oder? 
Vor der Stadt grüßt das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld mit seinen charakteristischen und 143 Meter hohen Kühltürmen. Nicht weit ist die Schleuse Gerlachshausen, unweit der Abtei Münsterschwarzach. Dort lässt sich auf der Brücke schön sinnieren und den Schiffen hinterherträumen. Bis zum Meer auf dem Main...


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Freitag, 23. August 2013

Annafest ist mehr als ein Fest für Anna

Von der Kirche in Forchheim aus geht es los, am Berg entlang und durch den Wald bis nach Weilersbach. Der Weg ist in den weiß-gelben Kirchenfarben gekennzeichnet: Auf weißem Grund ist ein gelber senkrechter Strich gezeichnet. Nur die Stationen des Kreuzweges sind modern geworden. Auf den Schildern entlang der Strecke wird nicht mehr der Leidensweg Jesu gezeigt, sondern auf Bildern beschrieben, wie sich aktive Wanderer mit Stöcken selber quälen können. 

An Serlbach vorbei kommt Weilersbach bald in Sicht. Es sind ja nur wenig mehr als fünf Kilometer. Hier steht die Annakirche, zu der die Forchheimer ursprünglich am 26. Juli, dem eigentlichen Annatag, aber heutzutage am Sonntag darauf, pilgern. 
Anna war die Mutter von Maria und somit die Oma von Jesus. In der Bibel steht, dass sie zwanzig Jahre lang mit ihrem Joachim verheiratet war, bevor sie Maria bekam: Damals waren die Frauen weit vor ihrem zwanzigsten Geburtstag verheiratet. Und so sind wahrscheinlich heute viele Frauen so alt, wie Anna damals war, wenn sie ihr erstes Kind mit Ende 30 bekommen. Der einzige Unterschied dürfte sein, dass diese dann nicht bereits zwanzig Jahre lang mit dem gleichen Mann verheiratet waren. 

In Weilersbach wurde also zur Heiligen Anna gebetet und dann ging es zurück, wieder durch den Wald. Dort standen die Bierkeller im Weg, an denen wurde gerastet und getrunken und gefeiert. Quasi bis heute. 

Ins Forchheimer Schloss lockte mit "Beten, Bier und Büchsenknall" eine Sonderausstellung zur Geschichte des Annafestes, doch das Beste daran war das Plakat. In den Räumen standen ein paar Bierkrüge in Vitrinen, es lagen ein paar Bierfässer im Weg und ein paar Bilder zum Rummel auf der Kirchweih waren auch zu sehen. 

Weil die Schützen vor über 100 Jahren ihr Schützenfest ebenfalls auf das Annafest zu den Bierkellern verlegten, wurde es erst recht gefeiert. Bis heute. Aber wie das bei vielen Volksfesten mit ursprünglich sakralem Charakter so ist, erinnert fast nur noch der Name daran, dass es einst einen ganz anderen Hintergrund hatte:

Die Heilige Anna ist die Schutzpatronin gegen Gewitter. Als Martin Luther in einem Gewitter um sein Leben fürchtete, gelobte er der heiligen Anna, in ein Kloster einzutreten. Rund um den 26. Juli, den Annatag, beginnen die sommerlichen Hundstage, die bis in den August hinein dauern. Im Sternbild des großen Hundes geht zu dieser Zeit der Sirius auf - daher der Name. Herrscht große Hitze, dann kann es auch heftige Gewitter geben. Aber Anna ist noch für viel mehr zuständig, als nur Schutz vor Gewitter zu bieten: Sie ist Patronin der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen wie der Hausangestellten, der Armen, Arbeiterinnen, Bergleute, Drechsler, Goldschmiede, Knechte, Krämer, Müller, Schiffer, Schneider, Seiler, Spitzenklöppler, Strumpfwirker, Tischler und Weber. Außerdem ist sie für glückliche Heiraten, für Kindersegen und glückliche Geburten, für Reichtum und für das Wiederauffinden verlorener Sachen und Regen zuständig. Sie hilft bei Gicht, Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen, ist also, wie jede Mutter, ordentlich beschäftigt. 



Samstag, 17. August 2013

Intermezzo--- Reise durch Böhmen

Ich bin wieder einmal unterwegs. Für kurze Zeit, doch der Zugang zum Netz ist dieses Mal schwieriger. Also bis bald... 

Sonntag, 4. August 2013

Bing-Höhle


Aktualisiert und verbessert ist der Beitrag über die Bing-Höhle jetzt hier zu finden:

http://schreibreise.com/wordpress/die-bing-hoehle-in-franken/