Sonntag, 21. Juli 2013

Bamberg


Nein, es reicht nicht, wenn ich die Augen schließe und mir vorstelle, ich sei im Mittelalter. Dafür ist es in Bamberg zu trubelig und quirlig. Die Stadt ist schließlich kein Museum, durch welches ich in Filzpuschen geführt werde, wie durch barocke Spiegelpracht. Das Kulturerbe benimmt sich, drängelt sich nicht laut auf, denn die Häuser in der Bamberger Innenstadt sehen auf den ersten Blick aus, wie anderswo auch. 
Ja, das Rathaus auf der Insel fällt schon auf, ist ja auch hübsch bunt bemalt und die Idee, dass die zwei Dimensionen der Malereien an einigen Ecken räumlich wachsen und so ein kleiner Fuß aus der Wand ragt, ist witzig. Aber dafür muss man schon genau schauen, oder darum wissen. Drumherum um das Rathaus fließt die Regnitz und Enten recken, wie überall, ihr Schwänzchen in die Höh.


Auf der anderen Seite bewacht ein Adler hoch oben auf einer Säule die Zufahrt zum Rathaus, thront drohend auf einer Kugel, bereit auf den herabzustoßen, der es wagen sollte, zu wenig an Steuern abzuliefern. Oder?





Am Ufer der Regnitz stehen noch Kräne herum, die heute nicht mehr in Betrieb sind und die historische Fischersiedlung Klein Venedig sieht auch sehr adrett aus. 



Zwischen den alten Häusern stehen moderne Skulpturen in Bamberg, wie dieser große Kopf: 
Hohl ist er und hinter ihm ist das bunt bemalte Rathaus zu sehen. Klassisch schaut er aus, doch hinter der schönen Fassade ist nichts zu finden. 
Dafür ist er einfach überdimensional groß. Ein großer Hohlkopf eben. 
Eine andere Figur sitzt auf einer Säule und hält sich den Mund zu: Ich hab hier nichts zu sagen. Ist das so, wenn auf einem Hügel der Stadt der Bischof residiert? 
Es gibt noch viel zu entdecken... 
beim nächsten Mal.