Donnerstag, 26. April 2012

Der Lastesel

Einer trage des anderen Last, heißt es. Und einen gibt es, der trägt alle Lasten, nimmt sie den beladenen Menschen ab: der Frau am Jakobsweg, den Zöllnern,kurz und gut: den Sündern.
Und was machen wir?
Wenn es gut geht, dann laden wir den anderen wenigstens nicht noch mehr Lasten auf, als diese ohnehin zu tragen haben. Wenn es gut geht, dann tragen wir unsere eigenen Lasten, ohne darüber zu murren und zu klagen.
Nur: Leider geht es oft nicht gut. Wir versuchen, unsere Last loszuwerden, doch nicht bei dem, der dafür zuständig wäre, sondern bei unseren Mitmenschen, die ebenfalls ihr Kreuz zu tragen haben. Wir sehen nicht, dass jemand fast zusammenbricht, aber halten es für selbstverständlich, dass derjenige auch noch für uns sorgt, sich um uns kümmert und für uns ein offenes Ohr hat.
Wir machen Dinge für andere nicht deswegen, weil wir den anderen eine Freude machen wollen und uns diese leise Freude Grund genug ist, im Verborgenen zu wirken, sondern wir machen Dinge für andere, damit sie uns dankbar sein müssen. Und wehe, sie vergessen es, dass sie uns ewig dankbar zu sein haben. Dann entziehen wir ihnen unsere Gunst, lassen alles fallen und liegen, - uns dankt ja keiner dafür – und sollen doch die anderen sehen, wo sie ohne uns bleiben.
Das hat Jesus nicht gemeint, als er sagte: Einer trage des anderen Last.

Dienstag, 3. April 2012

Der Heldrastein


Heldrastein
Der Heldrastein war das erste Ausflugsziel aus dem alten Wanderführer. Zwischen Schnellmannshausen und Großburschla gibt es einen passenden Parkplatz für die Pferdchen unter der Haube.

Der Weg ist steil - nennt sich ja auch Barbarossatreppenweg - , mit vielen Stufen - aber glücklicherweise sind in kurzen Abständen Bänke aufgestellt, so dass auch ungeübte Wanderer immer wieder ein Päuschen machen können.
Dieser Weg wird als der schönste Abstieg empfohlen, durch den Buchenhochwald. 

Ein Turm steht oben auf dem Heldrastein, nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze wieder aufgebaut, die Treppenstufen im Inneren der Stahlkonstruktion zieren Schilder mit den Namen der Sponsoren. 

Auf dem alten Bild im Buch ziert ebenfalls ein Turm den Heldrastein: Der 1890 eingeweihte Karl-Alexander-Turm, der nach dem damaligen Landesherren benannt war. 

Nach dem zweiten Weltkrieg lag der Heldrastein direkt an der Grenze, der alte Turm wurde abgerissen und dafür auf der Hüneburg Anlagen aufgebaut, mit denen der Feind abgehört werden konnte.  
 
Heiligabend 1989 konnten endlich wieder ganz normale Menschen das Gelände des Heldrasteins betreten - und es wurde bald ein neuer Turm errichtet. 

Wir kletterten die Treppenstufen nach oben - wenn man schon mal da ist, muss das sein - und genossen die Aussicht. Auf Tafeln war beschrieben, was bei guter Sicht in der Ferne zu sehen ist: 

Die Werraberge ebenso wie der Hülfensberg, der Mühlhäuser Wald und der Hainich, die Rhön ebenso wie bei klarer Luft der Brocken. 

Hier im Fenster ist Treffurt mit dem Normannstein zu sehen. 





Wenn man den Steig nach oben kommt, liegt der Heldrastein rechts. Und geht man nach links, kommt man zur Hüneburg. Hier sei eine alte Siedlungsstätte gewesen, informiert eine Tafel. Dies sei eine Höhenburg aus der Eisenzeit gewesen. 

Auf einer anderen Tafel warnt ein Schild mit der Erzählung, hier sei einst ein Volksschullehrer hinabgestürzt und tödlich verunglückt. Auch die Sage vom Ritter Hermann von Treffurt steht geschrieben:

Dieser verirrte sich einst auf der Jagd und stürzte mit seinem Pferd hinunter in die grausige Tiefe. Weil er währenddessen noch schnell ein Ave Maria betete, wurde er gerettet. 

Eine andere Sage erzählt vom wilden Räuber Henning - aber die beschreibe ich ein anderesmal.

Frühjahrsputz



Frühjahrsputz. Aufgeräumt, ausgeräumt.
 

Ich habe ein Buch gefunden, ein altes: "Das Werratal - ein kleiner Führer durch das Werratal von Münden bis Creuzburg und angrenzende Gebiete"
Darin geblättert, stellenweise las ich mich fest. Zwar sind einige Fotografien darin, doch die meisten Sehenswürdigkeiten sind plastisch und schön beschrieben. Ich habe Lust bekommen. Lust darauf, die Strecken abzuwandern, die Städte anzugucken und nachzuschauen, was von den beschriebenen Häusern und Denkmälern noch steht.