Weg der Hoffnung - Die Verurteilung - Skulpturen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze am Point Alpha von Ulrich Barnickel
Du
bist schuld. Du bist es gewesen, auch wenn Du nur das Gute gewollt hast
- doch durch Dich ist die Unzufriedenheit in die Welt gekommen, die
Unzufriedenheit der Entrechteten, der Unterdrückten, der Geknechteten,
kurz: der Sklaven.
He, wer soll denn jetzt die Arbeit machen? Die Felder bestellen und im Bergwerk Steine schlagen, um Paläste zu bauen?
Hättest Du doch nur alles in Ruhe gelassen, wärst Deinem Beruf als Zimmermann nachgegangen, hättest ein anständiges Mädchen geheiratet und Kinder gekriegt, Dir ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt.
Hättest Du doch nur alles in Ruhe gelassen, die anderen waren mit einem Stück trockenem Brot, einer Zwiebel und einem möglichst schnellen, frühen Tod doch sehr zufrieden, hin und wieder ein paar Schläge mit der Peitsche, ja, damit sie sich nicht zu gut fühlen, sich nicht ausruhen, denn ausruhen gilt nicht, ist Stillstand, ist Tod.
Du hast die Kreise gestört, jetzt sind die Menschen unzufrieden mit dem, was sie haben, wollen mehr, nicht nur ein kurzes Leben vor dem schnellen Tod, sondern anschließend noch eine Belohnung für ihre Leiden, werden widerspenstig.
Also. Du bist selber schuld. Was wolltest Du auch anderen helfen, für andere ein Himmelreich errichten. Man erzählt doch den Schweinen im Stall nichts von einem besseren Dasein, sie sollen guten Schinken liefern, das reicht doch.
Leben, das ist immer für die anderen.















