Dienstag, 2. Juni 2009

Mittelalter auf der Creuzburg






Wie in jedem Jahr, so fand auch in diesem an Pfingsten auf der Creuzburg nahe Eisenach ein mittelalterlicher Jahrmarkt statt.

So weit, so gut. Die Darsteller gingen einfach gekleidet ihren Verrichtungen nach, es gab leckere Dinge zu futtern und viel Unnützes zu kaufen.

Das richtige Schauspiel waren dagegen die Zuschauer: eine wahre Modenschau der Fantasiekostüme, für die oft viele kleine Polyester sterben mussten. Aber was soll's, solange es den Trägern gefällt. Fasching ist schließlich nur einmal im Jahr.

Ein wahrer Augenschmaus ist außerdem, dass bauchfrei nicht mehr so angesagt scheint. Frau trägt Nabel wieder bedeckt, was in den meisten Fällen begrüßenswert ist.

Die Burgmannschaft von der Tannenburg war auf der Creuzburg zu Besuch, hat eifrig gekocht und Bögen gebastelt. Interessant war, dass es selbst im Mittelalter schon so kleine Kästchen gab, mit denen man Bilder festhielt. Ob da kleine Heinzelmännchen drin saßen, die ganz schnell malen konnten?

Es wurde Feuer gespuckt und Musik gespielt. Nur die Schlange vor dem Klo war wie jedes Jahr einfach viel zu lang. Bis Frau da so drankommt und wehe, man hat es eilig. (also besser nichts trinken, was dann wieder herauswill)

Freitag, 29. Mai 2009

Wolfenbüttel




Wenn einer einmal Lehrer war...

dann kann er was erzählen. In diesem Fall: Schreiben. Und Markus Orths lässt den Studienassessor Kranich den ganz normalen Wahnsinn Schule erleben. Dafür gab es Preise und das Buch wurde viel gelesen.

Demnächst geht die Geschichte weiter. So wie Markus Orths einmal Lehrer war und jetzt vom Schreiben lebt, hat sich auch sein literarischer Kranich in die Niederungen des Kulturbetriebs begeben und reist von Lesung zu Lesung, immer bedroht von Schreibblockade und Lektor. Das vergnügte Publikum durfte in Wolfenbüttel, wo sich Markus Orths mit zwölf Schreibwütigen durch die Regeln der Kurzgeschichte kämpfte, schon lauschen.

Donnerstag, 16. April 2009

Es blüht und grünt und stinkt. Die Landwirte sind offensichtlich der Meinung, jeder solle auch etwas vom Frühling riechen. Sie fahren mit vollen Güllefässern auf frisch ergrünte Wiesen. Anschließend sind die Wiesen wieder braun und ich muss alle Ritzen des Autos dicht verschließen, damit der Gestank nicht in den Innenraum kriecht und drin bleiben will.

Dabei gibt es doch so viele Möglichkeiten, die Nase in Dinge zu stecken, die wirklich angenehmer riechen:

Montag, 6. April 2009

Großbaustelle

Vor dem Badezimmerfenster gibt es eine Großbaustelle. Seit vier Wochen baut das im Garten ansässige Elsternpärchen ganz eifrig und hingebungsvoll am Nest. Noch ist die Weide unbelaubt und die beiden lassen sich prima mit dem Fernglas beobachten.



Das Nest sieht ganz rund aus und ist blickdicht gebaut, so ganz ohne Fenster. Und da die Weide für mich zu instabil ist, kann ich nicht mal eben nach oben klettern und eine kleine Kamera installieren. Vielleicht probiere ich heute mal das Teleobjektiv aus, das seit meinem Urlaub in Ägypten im Schrank schlummert.

Freitag, 3. April 2009

Geschenk

Da liegt es. Bunt verpackt. Ich will gar nicht wissen, was darin ist.

Bestimmt irgendwas, was mir meine wohlmeinenden Freundinnen...

Ach ja. Von diesen bekam ich zum vergangenen Geburtstag einen Gutschein. Für einen Vibrator. "Doch, sowas braucht jede Frau!" meinte Erna auf mein Kopfschütteln. Ich solle nicht so verklemmt sein. Erna grinste hämisch, als sie ihr Geschenk in höchsten Tönen pries - oder bildete ich mir das nur ein?

"Eine Frau muss sich vom Mann in je-der-Be-zie-hung unabhängig machen": typisch Erna. Die bekam ja noch nicht mal einen ab, der sich länger als vier Wochen hielt. Irgendwie hatten Ernas Lieben eine Zerfallszeit, die schneller war, als das Plutonium im schnellen Brüter Kalkar.

Ich kam gar nicht dazu, irgendwas zu sagen, sektkichernd freute sich die ganze Weiberbande diebisch über mein Gesicht.

Also: Was wird wohl in diesem Jahr im Paket stecken? Wie gesagt: Ich will es nicht wissen.

Dienstag, 31. März 2009

Jaja, ich weiß. Lang ist es her. Aber ich gelobe Besserung, ehrlich. Und weil heute die Sonne scheint und wenn ich an den Spitzen ziehe, wächst das Gras bestimmt noch ein bisschen schneller und überhaupt, weil heute Dienstag ist ... ab jetzt schreib ich wieder regelmäßig, ehrlich.

Zumal doch hier um mich herum so viel los ist: Im Januar brannte ein Fachwerkhaus an und ab und aus, am Sonntag sprengte sich der Imbissbudenbesitzer mit seiner Bude nebenan mit einer Gasflasche in die Luft.

Stadtmarketing. Jetzt also nicht mehr: Sontra blüht auf, sondern: Sontra brennt ab. Oder ist das die neue Art des Stadtumbaus? Wenn es weniger Einwohner gibt, brauchen wir hier ja auch weniger Häuser. So weit, so logisch. Aber da gibt es bestimmt auch andere Möglichkeiten. Nur sind die natürlich nicht so nachrichtentauglich.

Wir brauchen also eine Autobahnauffahrt. Dann veranstalten wir regelmäßig den Sontraer Stau und kommen deutschlandweit in den Staunachrichten vor. Und niemand fragt dann mehr: Wo liegt das denn?

Samstag, 27. Dezember 2008

Weihnachtsfreude


Weihnachten ...

Mitten im Wald ...

Dachte ich doch in diesem Jahr, ich bliebe vom Weihnachtsbaum verschont. Nix da. Ging ich ganz unbeschwert - bis auf die Kamera - drei Stunden durch den kalten Winterwald. Stand ganz unvermittelt ein Baum vor mir: Geschmückt mit silberweißen Kugeln.