Samstag, 17. August 2013

Intermezzo--- Reise durch Böhmen

Ich bin wieder einmal unterwegs. Für kurze Zeit, doch der Zugang zum Netz ist dieses Mal schwieriger. Also bis bald... 

Sonntag, 4. August 2013

Bing-Höhle


Aktualisiert und verbessert ist der Beitrag über die Bing-Höhle jetzt hier zu finden:

http://schreibreise.com/wordpress/die-bing-hoehle-in-franken/


Sonntag, 28. Juli 2013

Rauher Kulm


Manchmal ist Vulkangestein magnetisch. Jedenfalls dann, wenn ein Berg einfach so in der Ebene herumsteht, ein Aussichtsturm von oben grinst und Zeit zum Trödeln ist. Der Rauhe Kulm zog mich magnetisch an und die Straßen führten in Kreisen näher, bis ein Hinweisschild zum Rauhen Kulm durch enge Gassen schickte, hinauf zum Parkplatz. Der Gasthof, der dort stand, war keiner mehr. Privatgelände. 

Der Weg rund um und auf den Berg war zunächst mit katzenbuckeligen Steinen gepflastert. War hier mal was? Hat hier jemand gewohnt? Weiter oben bilden Basaltsteine einen Wall mit Weg darin. Irgendjemand hat den Pfad extra frei geräumt. Eine Tafel verriet: Hier oben auf dem Vulkan, der nie ausbrach, sondern so lange friedlich in der Erde schlummerte, bis die Zeit und der Wind und das Wetter das weichere Gestein drumherum abtrug, stand einst eine Burg. 


Von oben gibt es weite Sicht vom Turm, doch kurz zuvor wurde der Weg so steil, dass ich fast rückwärts aus meinen Latschen rutsche. Feste Schuhe wären nicht schlecht gewesen - doch es lässt sich eben nicht alles planen. Unten im Tal und zwischen den Bäumen drückt die Hitze, oben auf dem Turm weht lauer Wind. Vor dem Turm grüßen zwei Wanderer und freuen sich, dass sich doch noch Menschen hierher verirrten. Wieso verirrten? Ich wollte doch definitiv hier hoch, seit der Berg mit seinem Turm in der Ferne grinste und mich wie magnetisch anzog.

Oben auf dem Berg stand eine Burg - und im Burgturm rief eine silberne Glocke zum Gebet, sagt eine Sage über den Rauhen Kulm auf einer Tafel. Diese wurde im Brunnen versenkt und unter Ästen versteckt, als Feinde kamen. Als später Bewohner nach der Glocke suchten, fanden sie nichts - außer großen Bäumen. 


Immer noch ziehen sich Ringwälle um den Berg. Archäologen suchen nach Spuren und markieren Punkte, die nicht verändert werden sollen. Obwohl: Wenn diese Wälle Mauern markieren sollen, dann waren der Platz, den sie umschlossen, reichlich eng. Viel Platz auf dem Berg gab es ohnehin nicht, auch für eine Burg nicht. Für den Aussichtsturm hat es jedenfalls gereicht. Die Steine waren sonnenheiß und eine Eidechse in braungrüner Haut flitzte in die verbergenden Schattenritzen. 







Sonntag, 21. Juli 2013

Bamberg


Nein, es reicht nicht, wenn ich die Augen schließe und mir vorstelle, ich sei im Mittelalter. Dafür ist es in Bamberg zu trubelig und quirlig. Die Stadt ist schließlich kein Museum, durch welches ich in Filzpuschen geführt werde, wie durch barocke Spiegelpracht. Das Kulturerbe benimmt sich, drängelt sich nicht laut auf, denn die Häuser in der Bamberger Innenstadt sehen auf den ersten Blick aus, wie anderswo auch. 
Ja, das Rathaus auf der Insel fällt schon auf, ist ja auch hübsch bunt bemalt und die Idee, dass die zwei Dimensionen der Malereien an einigen Ecken räumlich wachsen und so ein kleiner Fuß aus der Wand ragt, ist witzig. Aber dafür muss man schon genau schauen, oder darum wissen. Drumherum um das Rathaus fließt die Regnitz und Enten recken, wie überall, ihr Schwänzchen in die Höh.


Auf der anderen Seite bewacht ein Adler hoch oben auf einer Säule die Zufahrt zum Rathaus, thront drohend auf einer Kugel, bereit auf den herabzustoßen, der es wagen sollte, zu wenig an Steuern abzuliefern. Oder?





Am Ufer der Regnitz stehen noch Kräne herum, die heute nicht mehr in Betrieb sind und die historische Fischersiedlung Klein Venedig sieht auch sehr adrett aus. 



Zwischen den alten Häusern stehen moderne Skulpturen in Bamberg, wie dieser große Kopf: 
Hohl ist er und hinter ihm ist das bunt bemalte Rathaus zu sehen. Klassisch schaut er aus, doch hinter der schönen Fassade ist nichts zu finden. 
Dafür ist er einfach überdimensional groß. Ein großer Hohlkopf eben. 
Eine andere Figur sitzt auf einer Säule und hält sich den Mund zu: Ich hab hier nichts zu sagen. Ist das so, wenn auf einem Hügel der Stadt der Bischof residiert? 
Es gibt noch viel zu entdecken... 
beim nächsten Mal. 





Montag, 24. Juni 2013

550 Jahre Kreuzbergkirche

Vor 550 Jahren wurde die Kreuzbergkirche bei Hallerndorf gebaut, verrät der Wappenstein mit der Jahreszahl 1463: Die erste Ziffer ist eine 1, ganz eindeutig. Wer die nächste Ziffer für eine 8 hält, irrt nur zur Hälfte: Es ist eine halbe acht, das heißt im Klartext: eine 4. Als nächstes kommt eine 6 mit einem lustigen Schwänzchen oben dran und am Schluss eine etwas zackige 3: 1463.

Damals war der bayerische Krieg zwischen den Hohenzollern und den Wittelsbachern gerade beendet. Markgraf Albrecht Achilles von den Hohenzollern hätte gerne ein Herzogtum Franken errichtet, doch sein Gegner gewann die Schlacht bei
Giengen. Der Frieden wurde anschließend in Prag vereinbart. Ob die hohe Politik Auswirkungen auf den Bau der kleinen Kirche auf dem Berg hatte? 

Eine alte Tafel in der Kirche erzählt in zehn Bildern die Legende: Einem Zimmermann erschien der Herrgott, der ihm befahl, ein Kreuz auf dem Berg zu errichten. Als er nicht willig war, wurde er blind, bis er schließlich das Kreuz auf dem Berg errichtete. Wallfahrten und Wunder gab es früher wohl mehr hier oben, als heutzutage. Davon erzählen Münzen, die als Dank rechts und links vom Altar angebracht sind. 
Wallfahrten und Wunder gab es früher hier oben, mehr jedenfalls, als heutzutage. Aber extra zum Jubiläum gab es auch eine Wallfahrt.



Aus den umliegenden Dörfern kamen die Menschen am Sonntagmorgen. Dass der liebe Gott von menschlicher Eitelkeit nicht viel hält, zeigte das anhaltende Glockengeläut während der zweiten Lesung. Denn hier war der Lektor namentlich im Programmheft erwähnt. 



Und weil hier Franken ist, gibt es rund um das kleine Kirchlein auch drei Keller. Diese Besonderheit kriegt einen eigenen Blogpost, denn das haben sie sich auch verdient. 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Forchheim - die Festung

Dass Religion eine ernste Angelegenheit ist, wussten auch die Bamberger Bischöfe, die sich im dreißigjährigen Krieg hinter den von ihnen gut ausgebauten Forchheimer Mauern verkrochen. Zwar steht heutzutage nur noch ein Teil der ehemaligen Festung, deren Anlagen einst rund um die ganze Stadt reichten, doch sie sind immer noch beeindruckend und scheinen für die Ewigkeit gebaut. Damit der katholische Bischofssitz Bamberg vor den Evangelischen geschützt blieb, war den Bischöfen kein Stein zu schade. Ja, Geld müsste man haben...

Der ehemalige Graben der Festung ist jetzt eine Grünanlage, mit ebenfalls ehemaligen Rosenbeeten. Oben auf der Wallanlage sind immer noch die kleinen Häuschen der Wächter, die von hier nach Feinden Ausschau hielten.


                                        Jeder Bischof, der an dieser Festung ein Stück weiterbauen ließ, sorgte auch dafür, dass sein Wappen an eben dieser Stelle zeigte: Ich war es. 


Im Wallgraben steht Kunst: Es sollen Tore sein, aber sie wirken wie Mönche, welche die Kapuzen ihrer Kutten so weit über den Kopf ziehen, dass das Gesicht verhüllt ist. 
In der Innenstadt von Forchheim fand ein Kunsthandwerkermarkt statt, doch eine Schranke hinderte am freien Eintritt. Nur gegen einen Obolus von drei Euronen sollten Kitsch und Krempel zu sehen sein. Die wurden - angesichts des schönen Wetters - doch lieber in der Eisdiele investiert. Der Wohnung blieb so mindestens ein Objekt erspart, welches sonst als  Staubfang dient.