Sonntag, 7. Juli 2013

Intermezzo--- Steht auf - es sind wieder Ferien.

Im Kino sind die Kuschelplätze ohne Armlehne dazwischen hinten in der letzten Reihe. Wer sich in der Schule nach hinten setzt, will seine Ruhe vor dem Lehrer haben. Und wer im Ferienflieger hinten sitzt, will dort manchmal gar nicht sitzen:

Hier werden Flüchtlinge befördert. Die deutschen Asylbehörden entledigen sich auf diesem Luftweg Menschen, welche sich in den Fallstricken des europäischen Asylrechts verheddert haben. Dank der Drittstaatenklausel, welche besagt, dass ein Flüchtling, der in einen EU-Staat kommt, in diesem auch seinen Asylantrag stellen muss und nicht weiter durch die EU reisen darf. Doch am Rand der EU liegen Staaten wie Griechenland, Italien oder Ungarn. Hier sind die Bedingungen für Flüchtlinge mehr als unerträglich und nicht menschenwürdig. Also versuchen die Menschen, weiter zu kommen. Doch die deutschen Asylbehörden schicken sie zurück: Es interessiert sie nicht, ob jemand gefoltert wurde oder auf diesen Menschen ein Todesurteil in seiner Heimat wartet. Die deutschen Behörden interessiert nur, wo er auf seiner Flucht zuerst gelandet ist. 
Das ist Gesetz und Gesetze können brutal sein. Aber zum Glück gibt es außer dem Recht und dem Gesetz und der Realität auch das Gewissen einiger Menschen. Deswegen werden Flüchtlinge hierzulande gegen den Willen der Behörden unterstützt und selbst dann, wenn sie schon im Flieger sitzen, kann die Abschiebung noch verhindert werden. 
Solange jemand aufsteht und stehen bleibt, solange kann das Flugzeug nicht starten. Das erfordert Mut. 

Die Webseite No deportation  informiert zum Beispiel darüber, dass in der letzten Juniwoche auf diese Weise drei Abschiebungen verhindert werden konnten. Denn auch ganz legale Gesetze können so unfair sein, dass es richtig ist, wenn sich Menschen dagegen widersetzen. 

Also: Schaut auf die letzte Reihe, wenn ihr in den Urlaub fliegt. Und steht auf, wenn Unrecht passiert.