Sonntag, 8. Juni 2014

Reise nach Kappadokien: Der Obsidian

Sand gibt es wie Sand am Meer. Wenn dieser rein ist, dann ist es chemisch nichts anderes als Siliciumdioxid. Wird Sand heißer als 1700 Grad Celsius, schmilzt er und aus ihm entsteht beispielsweise Glas. Auch in den türkischen Vulkanen war es heiß genug, dass Steine und Sand schmolzen. Kühlt solch geschmolzener Sand, der als Lava aus einem Vulkan kommt, schnell ab, kann aus ihm schwarzer Obsidian werden

.Dieser lässt sich mit einem anderen Stein als Hammer bearbeiten, springt dabei auseinander und bildet scharfe und muschelförmige Bruchkanten, ganz ähnlich wie der Feuerstein. Die Menschen in der Frühzeit nutzten solche Klingen aus Obsidian und verwendeten Splitter aus Obsidian für ihre Speere und Pfeile, lange bevor sie lernten, Metall zu schmelzen. 

Die Römer später polierten den Obsidian so lange, bis sie sich in ihm spiegeln konnten. 

In Uchisar kamen wir an einer Werkstatt vorbei, in der Obsidian zu allerlei Kram verarbeitet wurde und der Reiseleiter auf diese Steine hinwies, die auch Vulkanglas genannt werden. 

Fantasyspieler kennen ebenfalls Obsidian: In ihren Welten dürfen die Magier mit Dolchen aus Obsidian kämpfen, da Waffen aus Metall ihre Zauberkraft behindern würden. 

Heutzutage wird der Obsidian zu Schmuck oder zu Figürchen verarbeitet. Und die Esoteriker mögen den Stein. Er gilt bei ihnen als Stein, der erste Hilfe leisten kann, weil er sowohl Schock, als auch Angst und Blockaden lösen soll. Er soll bei Wundheilung sowie gegen Raucherbein und kalte Füße helfen. Außerdem soll der Obsidian die Wahrnehmung verstärken, so dass Menschen verdrängtes erinnern können und hellsichtig werden. Ein Obsidian könne vergessene Begabungen zurückbringen. Na, dann plädiere ich doch dafür, dass künftig in den Hauptschulen Obsidiane verteilt werden. Die Kinder haben bestimmt ihre Begabungen nur vergessen...

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