Dienstag, 6. März 2012

Liebesgedichte und Liebeserklären

Liebesgedichte, Liebeserklärungen:
Das ist wie die Beatmung eines Notfalls. Wenn es nötig ist, Liebeserklärungen zu verfassen und Liebesgedichte zu deklamieren, dann ist bereits das Letzte eingetreten, die Agonie. Doch wer lebt schon gerne mit Leichen, lässt Tote weiter atmen, an Maschinen angeschlossen, der Brustkorb hebt und senkt sich im Rhythmus, den das Beatmungsgerät vorgibt.

Dann doch lieber abschalten, kurz und schmerzlos. Denn der Schmerz, der war vorher da, ist längst rausgebrüllt und hat Tassen an die Wand geworfen, in der Hoffnung, etwas zu erreichen, jemanden zu erreichen, ein Gegenüber. Aber da war nur die Wand, an der die Tasse zerschellte und die eigene Verletztheit.


Liebesgedichte, Liebeserklärungen:
Das ist wie eine Umarmung aus weichem Katzenfell. Die Kater stellen keine unerfüllbaren Forderungen, haben keine Sehnsucht, die sich nicht stillen ließe, sie wollen einfach nur ihre Dosen geöffnet und einen Rücken oder einen Schoß zum Kuscheln. Ganz ohne Hintergedanken und heimliche Wünsche, nicht so: mutterhaft Liebe verpflichtend, weil ich für dich sorgte, weil ich deine Wäsche wusch, deinen Dreck wegräumte, weil ich dich ertrug, trotz deiner Launen, des Gezänks und Gejammers. Ich habe mir deine Kindesliebe erkauft, du musst mir danken, schuldest mir Vieles, denn ich habe investiert und erwarte Rückzahlung mit Zinsen an Liebe.

Liebesgedichte, Liebeserklärungen:
Verträge, unausgesprochen. Sie versprechen mehr, als sie je halten können, denn die Begrenzung liegt im Unvermögen, mich selbst so zu geben, bis nichts mehr übrig ist.


Donnerstag, 1. März 2012

Wer loslässt, hat die Hände frei

Wer loslässt, hat die Hände frei

Ein Sammelsurium an Dingen, übrig geblieben. Was bleibt, wenn nichts mehr zählt? Was ist wichtig, was darf bleiben, was wird gebraucht? Dürfen Dinge kommen und bleiben, die nicht notwendig, nicht lebensnotwendig sind, sondern einfach nur nice Scheiß?
Dafür gibt es Schubladen, in denen ich den Krempel in die Finsternis wegsperren kann, denn unter Lichteinwirkung scheint er sich sogar noch zu vermehren, kommt langsam aus der dunklen Ecke heraus gekrochen, robbt sich auf den Küchentisch, erobert von dort aus Sessel und Regal, bis ich ihn wieder einfange und zurück in die Kiste schubse, oder ich wähle gleich den Mülleimer, ohne den temporären Schubladenumweg.
Weg damit.

Sammelsurium,
aus kunterbunten Dingen.
Nichts bleibt, wie es war.

S         Sachen
A         aus
M         meinen
M         mittelmäßigen
E         Erlebnissen
L          liegen
S         sicher
U         unter
R         Radieschen
I           im
U         unbewachten
M         Märzfeld.