Donnerstag, 5. September 2013

Vexierkapelle - von außen und innen

Es ist immer eine ganz besondere Stimmung, oben vor der Vexierkapelle auf der Bank mit dem Blick über Franken: Das Walberla feurig von der Abendsonne bestrahlt, die rechts hinter dem Berg von Weilersbach untergeht. Der alltägliche Kleinkram bleibt unten im Tal und die Gedanken werden frei und weit. Ich schrieb ja hier schon einmal über die Vexierkapelle. Inzwischen war ich neugierig, wie es innen aussieht und was der Name Vexierkapelle überhaupt meinen könnte. Ab und an ist Sonntags Messe: Dann ist die kleine Kapelle nicht mehr zugesperrt. 


Ein Vexierbild ist ein Suchbild, eines, das seine Geheimnisse nicht auf den ersten Blick freigibt. Welche Frau siehst du, wenn du auf das Bild schaust? Immerhin sind darin zwei Frauen versteckt, eine junge und eine alte, aber es ist immer nur eine einzige zu sehen. Das Wort vexier kommt aus dem Lateinischen und heißt ursprünglich vexare, welches mit quälen, leiden oder plagen übersetzt werden kann. Somit ist ein Vexierbild ein Bild, mit dem sich der Betrachter herumquälen kann, bis er sieht, was darin versteckt ist. Es gibt Vexierspiele, Geduldsspiele, bei denen sich der Spieler ebenfalls richtig quälen kann, bis er alles entwirrt hat. Aus gebogenen Drähten oder aus Schnüren mit Holzkugeln gefertigt, bringen sie gerne den geduldigsten Menschen schier zur Verzweiflung, ob ihrer Kniffeligkeit. 

In der Vexierkapelle ist auch ein Bild des Leidens: Die Hände, Füße und das Herz Christi, die Stellen also, an denen er am Kreuz einst gelitten hat, sind hier auf einer Tafel dargestellt.