Mittwoch, 22. Februar 2012

Katz und Maus im Haus

Es war jetzt im Februar so kalt, dass im Rosenbusch Eiszapfen wuchsen, mit denen der Wind klimperte. Deswegen zogen die Mäuse mit Sack und Pack ins warme Haus, zwischen Balken und Lehm ist immer noch ein Plätzchen frei für eine Mausewohnung. Nur die Vorräte ließen sie scheinbar in der tiefgekühlten Kammer unter dem Gemüsebeet.
Eine beknabberte Praline, ein angenagtes Käsestück, welches den Weg in den Kühlschrank vergessen hatte – kleine Mausezähnchenspuren verrieten die Anwesenheit der Nager im Haus. Wozu patrouillieren eigentlich zwei Kater durch die Räume? Aber keiner der beiden brachte stolz Mausebeute, stattdessen lagen sie tagsüber dösig auf Sessel und Sofa und jagten sich abends gegenseitig aus lauter Übermut.
Draußen gefror es so sehr, dass es den Mäusen wohl auch in der Wand zu kalt wurde, offensichtlich, jedenfalls nachts. Unter einer Bettdecke wäre es wohl am wärmsten, da lag ja auch schon jemand, an den Maus sich kuscheln konnte: nämlich ich.
Ein Kater lag auf der Bettdecke, riskierte einen Augenblick, setzte sich, schob die Maus ein bisschen an, als sie von mir erschreckt, doch lieber wieder ihr eigenes Heim aufsuchen wollte. Sie quiekte kurz – aber wohlerzogene Kater machen ihr Spielzeug nicht kaputt, wer weiß, wozu es noch zu brauchen ist. So entlief die Maus.
Der Blick unter das Bett am nächsten Morgen zeigte: Hier sind nur die Wollmäuse zu Hause, die mit dem Staubsauger gefangen werden.
Den Hausmäusen legte ich erst einmal eine fristlose Kündigung ihres Hausbesetzung in den Flur, wenn sie nicht binnen dreier Tage ausgezogen, dann krame ich die üblichen Mausevernichter aus dem Speicher: Bügelfallen. In drei Tagen soll es auch wieder wärmer werden, schwätzten die Elstern, die bereits unter dem Schnee nach Laub und kleinen Ästen suchten, damit der jährliche Bau des Eigenheimes zügig vonstatten gehen kann.