Mittwoch, 24. November 2010

Eine Wunscherfüllungsgeschichte

Eine Erfüllungs-Geschichte...(für Ute)

Du willst unter einem Riesen-Mammutbaum verweilen:

Wenn du zum Essen pünktlich wieder da bis, sag ich dir, wo er steht. Oder weißt du was, das ist noch viel besser: Du packst dir einfach zwei zusammengeklappte Leberwurstbrote, einen Apfel und eine Thermoskanne Tee in deinen Rucksack. Dann kannst du solange bleiben, wie du willst.

Heute ist es ja warm, wenn du trotzdem eine Decke willst, nimm sie auch mit - und ein Kissen. So liegst du gut und weich und kannst dich zudecken und einrollen, wenn du müde wirst.

Trotzdem ist es besser, wenn du vor der Dunkelheit wieder nach Hause kommst, wer weiß, wer sonst so in der Finsternis durch den Wald strolcht.

Du gehst einfach zum Schwanenteich und an der Popperöder Quelle vorbei. Der Weg führt immer weiter - heute ist dahinten neu gebaut, jedenfalls kommst du bis zum weißen Haus in den Stadtwald. Von dort ist es nicht mehr weit. Du kannst ein Stück den ganz breiten Weg gehen. Dort fuhr früher einmal die Straßenbahn bis in die Munitionsfabrik, die im Stadtwald versteckt und getarnt lag und die dann so gründlich gesprengt worden ist, dass nur noch kleine Pfeiler und Fundamentreste im Wald darauf weisen, dass hier mal mehr als Walderdbeeren und Buchen war.

Wenn ein Weg nach rechts abzweigt, dann bleib noch auf dem Hauptweg. Später wird dieser schmaler und schwenkt nach rechts. Bei der Schutzhütte kannst du dich ausruhen. Oder ab jetzt links und wirklich querwaldein laufen.

Bis zu den drei Mammutbäumen, die vor fast zweihundert Jahren ein Förster pflanzte. Dort kannst du bleiben, von mir aus den ganzen Tag lang. Das Taschentelefon lass hier, dort ist kein Empfang. Du hast also deine Ruhe, das wolltest du doch, oder?

Du kannst dich auf die Decke legen und mit der Wange an den Stamm geschmiegt sehen die Bäume unendlich hoch aus. Die Rinde ist ganz weich, da kratzt nichts.

Und wenn du zum Abendbrot wieder da bist, dann gibt es Pfannekuchen mit Apfelmus. Die magst du doch. Und lass dich nicht mitnehmen. Manchmal sind ja böse Menschen unterwegs.