Freitag, 1. Oktober 2010

Herbst mit Tücken

Wenn der Apfel süß ist, bin ich nicht die Erste. Dann sitzt der Wurm schon drin und ich muss teilen: Ein Apfelstück für mich und eines für das Würmchen. Die glatten Äpfel, die ohne Bewohner, sind giftig, holzig, grasig, ungenießbar. Deswegen ließ sie der Wurm in Ruhe. Schönheit und Genießen gibt es nur, wenn ich mir das aussuche, was jemand Schlaueres schon entdeckt hat - und dann muss ich teilen.
Teilen.
Immer wenn was schön und gut ist, sitzt schon der Wurm drin - oder die Maus. Immer dann war jemand schneller. Und ist etwas unversehrt, bin ich skeptisch: Wieso wollte das noch niemand?

Unversehrt sind die Früchte aus Alabaster: schön und ungenießbar.
Schneewittchen futterte den unversehrten, schönen Apfel ohne Wurm. Und, was hat sie davon gehabt?
Selbst die beiden Kater haben Würmer, die sich gut sichtbar im Katzenklo ringeln. Demnach müssten Peter und Paul gut schmecken, wenn ich sie ausziehe, nackig mache - und im Bräter mit Zwiebeln und Rotwein als Sonntagsbraten serviere.

Immer war schon jemand vor mir da, hat gekostet und kleine braune Kügelchen hinterlassen. Und zeigt damit: Ich war schon hier.
Ich will auch mal Igel sein, erster am Ziel.

Selbst in Böhmen künden ständig Schilder: Goethe war schon hier. Dafür ist der aber auch schon tot und von Würmern aufgefuttert. Ätsch.

Das hat der nun davon.

Und ich bin wieder zu spät.